Energieförderung: Thurgau hat Nase vorn

FRAUENFELD. 16,5 Millionen Franken hat der Kanton Thurgau im Jahr 2014 für die Energieförderung eingesetzt. Damit belegt er schweizweit einen Spitzenplatz. Er setzt die Fördergelder zudem am wirksamsten ein. Das geht aus einer Wirkungsanalyse des Bundes hervor.

Michèle Vaterlaus
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Das ehemalige Bauernhaus in Niederneunforn wurde mit finanzieller Unterstützung des Kantons saniert. (Bild: pd)

Das ehemalige Bauernhaus in Niederneunforn wurde mit finanzieller Unterstützung des Kantons saniert. (Bild: pd)

16,5 Millionen Franken hat der Kanton Thurgau 2014 für die Energieförderung bezahlt. Nur Basel-Stadt gibt pro Kopf mehr Geld dafür aus. Doch mit einer geringeren Wirkung. «Der Thurgau setzt den Franken in der Energieförderung am effizientesten ein», sagt Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie des Departementes für Inneres und Volkswirtschaft. Schweizweit spart der Thurgau am meisten CO2 pro Person ein, nämlich 810 Kilogramm. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 470 Kilogramm. Das geht aus einer Analyse des Bundes hervor, welche die Wirkung der Förderprogramme untersucht.

Das Geld bleibt in der Region

Schweizweit wurden für solche Förderprogramme 119 Millionen Franken ausbezahlt, gleich viel wie im Jahr 2013. Mit den 16,5 Millionen Franken, die zu 60 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent vom Kanton bezahlt wurden, hat der Thurgau 1200 Gesuchsteller unterstützt, die beispielsweise ein energieeffizientes Haus gebaut, eine alte Heizung ersetzt oder eine Solaranlage installiert haben. Die Fördergelder bewirkten rund das Sechsfache an Investitionen. «Sie haben einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen», sagt Paoli. Denn hauptsächlich profitiere das lokale und regionale Gewerbe davon. «Statt dass man Erdöl oder Erdgas importiert, investiert man in Fenster, Wärmedämmungen, neue Beleuchtungen oder Solarkollektoren. Wie auch immer das Geld investiert wird, es bleibt in der Region.» 70 Prozent der Aufträge, die durch das Förderprogramm ausgelöst wurden, seien im Thurgau vergeben worden. 29 Prozent gingen an Betriebe in einem anderen Kanton und 1 Prozent an Firmen im EU-Raum.

Weniger Fördergelder

2013 wurden noch 1850 Gesuche mit insgesamt 18,2 Millionen Franken unterstützt. «Der Rückgang der Gesuche ist gewollt», erklärt Paoli. Grund dafür sei der Sparauftrag des Kantons. «Die Rahmenbedingungen für die Bewilligung sind strenger und die Förderansätze tiefer geworden.» Mit den tieferen Ansätzen sei aber auch der Anreiz für Gesuchsteller tiefer, etwas zu investieren. «Für uns ist es schwierig, den richtigen Weg zu finden. Setzen wir zu viel Geld ein, dann erreichen wir zu wenig Wirkung pro Franken. Setzen wir zu wenig Geld ein, hat das zur Folge, dass niemand etwas machen will.» Das Ziel, den ausbezahlten Franken möglichst wirksam einzusetzen, habe man aber für das Jahr 2014 erreicht. Für die kommenden Jahre hat der Regierungsrat angekündigt, weniger in den Energiefonds einzubezahlen, aus dem die Fördergelder genommen werden. Es ist eine von 102 Sparmassnahmen, die er umsetzen will.

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