Ein Zeichen für Biber-Geschädigte

Die Nationalratskommission unterstützt die Thurgauer Standesinitiative, die den Bund für Biberschäden in die Pflicht nehmen will. SVP-Nationalrat Markus Hausammann sieht Parallelen zur Walliser Standesinitiative für die Wolfsjagd.

Thomas Wunderlin
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Der Biber hat sich in den letzten fünfzig Jahren im Thurgau stark verbreitet und damit auch die von ihm verursachten Schäden. (Bild: pd/Regio Frauenfeld Tourismus)

Der Biber hat sich in den letzten fünfzig Jahren im Thurgau stark verbreitet und damit auch die von ihm verursachten Schäden. (Bild: pd/Regio Frauenfeld Tourismus)

Herr Hausammann, die Umweltkommission des Nationalrats hat mit 8 zu 5 Stimmen der Thurgauer Standesinitiative zugestimmt. Was bedeutet das für das Anliegen der Biber-Geschädigten?

Markus Hausammann: Von Seiten der Bauern ist der Erfolg der Standesinitiative die Voraussetzung dafür, dass wir hinter dem Biberprojekt stehen. Es geht nicht, dass der Bund den Biber unter Schutz stellt und die Schäden an Privaten und Körperschaften hängen bleiben. Wenn die Entschädigungen gesamtschweizerisch zu teuer werden, kommt man vielleicht wieder zu andern Massnahmen.

Markus Hausammann Thurgauer SVP-Nationalrat (Archivbild: Mario Testa)

Markus Hausammann Thurgauer SVP-Nationalrat (Archivbild: Mario Testa)

Im Thurgau beklagt man sich über Biberschäden an Dämmen und Strassen in sechsstelliger Höhe. Wie sehen Sie das Ja der Kommission im Hinblick auf den Entscheid des Nationalratsplenums?

Hausammann: Es ist ein sehr wichtiges Zeichen. Vor zwei Jahren fand eine Motion mit einem ähnlichen Anliegen keine Mehrheit im Nationalrat. Ich denke, wenn die Kommission dahinter steht, werden wir Chancen haben. Wir werden aber noch dafür arbeiten müssen.

Wann wird die Thurgauer Standesinitiative im Plenum behandelt?

Hausammann: Das weiss ich nicht. Die Kommission hat ihren Bericht drei Arbeitstage vor der Session beendet. Das ist wohl zu knapp. Sonst kommt sie in der Herbstsession dran.

Der Ständerat hat die Thurgauer Standesinitiative abgelehnt. Was passiert, wenn sie der Nationalrat annimmt?

Hausammann: Der Erstrat geht nochmals drüber, wenn der Zweitrat zustimmt.

Und wenn der Nationalrat ablehnt?

Hausammann: Dann ist die Standesinitiative erledigt. Das wäre ein Rückschlag. Aber wir würden nicht aufgeben. Auch abgelehnte Standesinitiativen können Folgen haben; so haben etwa die Innerschweizer Korrekturen beim Finanzausgleich erreicht.

Haben Standesinitiativen zurzeit besonders gute Erfolgschancen? Die Umweltkommission des Nationalrats hat auch die Walliser Standesinitiative unterstützt, die eine Wolfsjagd ermöglichen will.

Hausammann: Der Wolf hat sich jetzt in mehr Kantonen ausgebreitet als bei früheren Vorstössen. Dadurch ist die Einsicht gewachsen: Wenn man ihn schweizweit unter Schutz stellt, darf man die Betroffenen nicht allein lassen. Das gilt auch für den Biber.