An altem Sprachbild orientiert

FRAUENFELD. Über Jahrzehnte hat die inzwischen aufgelöste Thurgauer Nomenklaturkommission die Orts- und Flurnamen systematisch erfasst. Dabei orientierte sie sich am Sprachbild der heutigen Grossvätergeneration, das sie nach sprachwissenschaftlichen Grundsätzen festhielt.

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FRAUENFELD. Über Jahrzehnte hat die inzwischen aufgelöste Thurgauer Nomenklaturkommission die Orts- und Flurnamen systematisch erfasst. Dabei orientierte sie sich am Sprachbild der heutigen Grossvätergeneration, das sie nach sprachwissenschaftlichen Grundsätzen festhielt. Dabei entstanden unleserliche Namen wie Tuurraa (Thurrain) oder Haadehuus (Haidenhaus). Der Thurberg hiess Tuurbärg, der Nollen wurde Nole geschrieben, Rotbühl wurde zu Roopel. Aus Holzmannshaus wurde Holpmishus, aus Wahrenberg Woorebärg und aus Eppenstein Äppeste, um nur einige Beispiele zu nennen.

Als die Thurgauer Zeitung 2009 über das Ausmass der Umbenennungen berichtete, löste das einen Aufschrei in der Bevölkerung aus. Zum Teil erkannten selbst Einheimische ihre Ortsnamen nicht wieder. Damals begannen die extrem-mundartlichen Lokalnamen auch auf Wegweisern zu erscheinen.

Als Folge der Berichterstattung der Thurgauer Zeitung und des öffentlichen Drucks verordnete der Regierungsrat eine Kehrtwende für 2400 Siedlungsnamen und bedeutende Flurnamen. Sie werden wieder in der gewohnten schriftsprachlichen Version geschrieben. 18 000 Flurnamen mit lokaler Bedeutung behielten die Mundartschreibweise. (wid)