ENERGIEPREIS: Mit Energie die Wende schaffen

Regierungsrat Walter Schönholzer lobt die Gewinner an der Preisverleihung für ihr vorbildliches Engagement. Der deutsche Journalist Franz Alt redet den Zweiflern an der Energiewende ins Gewissen.

Christian Kamm
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In der Kategorie Bildung durften Thomas Bickel und Hansmartin Keller (Oberstufe Affeltrangen) den Preis von Walter Schönholzer entgegennehmen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

In der Kategorie Bildung durften Thomas Bickel und Hansmartin Keller (Oberstufe Affeltrangen) den Preis von Walter Schönholzer entgegennehmen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Christian Kamm

christian.kamm@thurgauerzeitung.ch

Rund 100 Projekte sind für den Thurgauer Energiepreis 2017 eingereicht worden. Die sieben glücklichen Gewinner konnten gestern im Casino Frauenfeld im Rahmen einer von Reto Scherrer moderierten Feier ihre Urkunde und ein Preisgeld von je 2500 Franken entgegennehmen.

«Die Wettbewerbsteilnehmer haben den Schritt in Richtung erneuerbarer und energieeffizienter Energiezukunft gemacht und nicht gewartet, bis andere etwas tun», lobte Regierungsrat Walter Schönholzer in seinem Grusswort. «Ihr Engagement für unsere Energiezukunft wird sich lohnen und ist hoffentlich Ansporn für viele andere, diesen Weg ebenfalls zu beschreiten.» Die Gewinnerprojekte zeigten auf, was technisch möglich sei, und setzten dies besonders vorbildlich um. Auf diesem Weg werde das Engagement von Unternehmen, Privaten und Gemeinden sichtbar gemacht, sagte der Thurgauer Energieminister.

Die Weiterentwicklung der Energieversorgung sei zwar in Gang, aber es sei noch viel zu tun, wenn man die Energie- und Klimaziele erreichen wolle – «und das sind wir unseren Kindern und Nachfahren auf der einzigen Erde, die es gibt, schuldig», so Schönholzer.

«Wir können das schaffen»

Als Gastredner machte der ehemalige TV-Journalist Franz Alt, der auch mehrere Bücher über ökologische Themen geschrieben hat, den Anwesenden Mut zur Energiewende. «Wir müssen sie schaffen. Und wir können sie auch schaffen», appellierte Alt. Die Energie sei da, man müsse sie nur intelligent nutzen. «Die Sonne schickt uns 15000-mal mehr Energie, als wir heute verbrauchen – und erst noch kostenlos und umweltfreundlich.» Immer noch würden aber auf der Erde an einem Tag so viel Öl und Gas verbraucht, wie die Erde in einer Million Jahre angesammelt habe. «Das hält dieser Planet nicht aus.»

Die Energiewende sei aber unterdessen eingeleitet, betonte Alt. Und es gebe noch ein Zeitfenster von zwei bis drei Jahrzehnten, um den einhundertprozentigen Umstieg mit Sonne, Biomasse, Wind und Wasser zu schaffen. «Das ist machbar.» Entscheidend sei, die ganze Palette an alternativen Energien zu nutzen. «Es gibt keinen Energiemangel auf der Welt», so Alt, «wir müssen es lediglich anders machen als heute.»