THURGAU: Akupunktur bei Kühen

Komed Regio Thurgau lud zu ihrem fünften Tag der Komplementärmedizin. Es wurde in Referaten aufgezeigt, wie sich die Komplementärmedizin bei Tieren entwickelt.

Christoph Heer
Drucken
Teilen
Tierarzt Werner Schönenberger steckt Kuh Helia eine Akupunkturnadel. (Bild: Christoph Heer)

Tierarzt Werner Schönenberger steckt Kuh Helia eine Akupunkturnadel. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

thurgau@thurgauerzeitung.ch

Durchfall, Probleme mit der Fruchtbarkeit und viele weitere Diagnosen, die bei Tieren festgestellt werden, haben festliegende Tiere meist nach der Geburt. Diese können heute nicht nur mit der altbekannten Schulmedizin behandelt werden. Immer mehr Tierhalter und Landwirte bedienen sich der Komplementär­medizin; sprich Homöopathie oder Akupunktur. Komed Regio Thurgau mit ihrer Präsidentin, SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, lud interessierte Fachpersonen, aber auch Nutztierhalter und Interessierte am Freitagnachmittag in die Forschungs­anstalt Agroscope in Tänikon ein.

Komplementärmedizin auch für Hunde und Katzen

Rund 30 Personen folgten der Einladung zum fünften Tag der Komplementärmedizin. Während mehrerer Stunden konnten sich die Teilnehmer ein Bild davon machen, welch breite Palette von Therapien und Produkten im Thurgau für Katzen, Hunde oder auch Nutztiere wie Kühe zur Verfügung stehen. Edith Graf-Litscher betonte dabei, wie wichtig diese sind: «Wir wollen dazu beitragen, dass für Mensch und Tier die Komplementärmedizin und die Schulmedizin zusammenarbeiten.» Nur so könnten langfristige Erfolge bei komplexen Krankheitsbildern erreicht werden. «Denn: Die ganzheitliche Betrachtung eines Körpers steht im Mittelpunkt, dazu wurde auf Bundesebene schon vieles aufgegleist, nun wollen wir die Grundversorgung in die Kantone hinaustragen», sagte Graf-Litscher. Wobei Komplementärmedizin eine wichtige Rolle spielen soll.

Dass die Komplementär­medizin an immer grösserer ­Bedeutung gewinnt, bestätigte der Sirnacher Tierarzt und Geschäftsführer von Komed Regio Thurgau, Andreas Schmidt. «Was in den 1990er-Jahren angefangen hat, bekommt einen immer grösseren Stellenwert.» Insbesondere unter den Tierhaltern werde die Akzeptanz immer grösser. «Und das ist auch gut so.»

Wie Akupunktur wirkt, wurde an der Kuh Helia aufgezeigt. Tapfer hielt sie still, als der Wiler Tierarzt Werner Schönenberger eine Nadel auf ihrem Rücken platzierte. «Eine Akupunktur beim Tier läuft gleich ab wie beim Menschen», sagte der Tierarzt. Nach einer ersten Kontaktaufnahme und Anamnese folgt die Behandlung, wobei vielfach eine einzige davon schon genüge.

Die Entwicklung des Netzwerkes

Der Verein Komed Regio Thurgau hat sich vorgenommen, sein Hauptaugenmerk in den nächsten Jahren vermehrt auf die Weiterentwicklung des Netzwerkes zu legen. Mit Veranstaltungen und gezielten Aktionen sollen im Kanton Thurgau wichtige Berufsgruppen und Institutionen vernetzt werden. Jederzeit soll dabei der Mensch – oder eben das Tier – im Mittelpunkt der Bestrebungen stehen.