Die Thurgauer Steuerkraft steigt

Wegen eines einmaligen Steuerfalls steigt die Salensteiner Steuerkraft um 45 Prozent. Im kantonalen Schnitt nimmt sie um 1,8 Prozent zu. In jeder dritten Gemeinde sinken die Steuern. Nur in Matzingen und Sirnach werden sie erhöht.

Thomas Wunderlin
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FRAUENFELD. Die Thurgauer Steuerzahler haben letztes Jahr im Durchschnitt besser verdient. Die Steuerkraft pro Einwohner ist um 33 Franken auf 1880 Franken gestiegen (1,8 Prozent), wie die Dienststelle für Statistik mitteilt. 55 der 80 Thurgauer Gemeinden haben zugelegt. Salenstein hat Bottighofen als steuerkräftigste Gemeinde abgelöst. Die Steuerkraft der Gemeinde mit der Aussicht auf die Insel Reichenau ist um sagenhafte 45 Prozent gewachsen und beträgt nun 5012 Franken (bisher 3460).

Laut dem Salensteiner Gemeindeschreiber Peter Bolliger erklären die Zuzüger aus Deutschland oder der Bauboom das Steuerwunder nicht: «Es konnten einmalige ausserordentliche Steuererträge von früheren Steuerjahren vereinnahmt werden, die im Rechnungsjahr 2012 fehlten.»

Um mehr als 20 Prozent gewachsen ist die Steuerkraft pro Einwohner auch in Hefenhofen und Mammern. Am Ende der Rangliste bleibt die Landgemeinde Schönholzerswilen trotz einer Zunahme um 9 Prozent.

Gewinnrückgang in Kreuzlingen

Dank der gewachsenen Steuerkraft der natürlichen Personen hat der Kanton 3,2 Prozent mehr Steuern eingenommen (neu 568 Millionen Franken). In vier Bezirken hat die Staatssteuer mehr eingebracht, am meisten der Bezirk Frauenfeld.

Bei den juristischen Personen nahm der Steuerertrag mit 7,3 Prozent am meisten im Bezirk Arbon zu. Nur im Bezirk Kreuzlingen ist der Staatssteuerertrag gleich geblieben, obwohl Salenstein dazugehört. Der Grund ist der Rückgang um fast 30 Prozent bei den juristischen Personen.

Die verbesserte Finanzlage führt bei den Gemeinden nicht zu verbreiteten Steuersenkungen. 13 Gemeinden senken die Sätze, meist nur um 2 oder 3 Prozent, Eschenz senkt um 6 auf 54 Prozent. Matzingen und Sirnach erhöhen den Steuerfuss, beide um 4 Prozent. Matzingen ist neu bei 61, Sirnach bei 50 Prozent. Der Durchschnitt der Gemeindesteuerfüsse liegt bei 54,9 Prozent, beziehungsweise 58,4 Prozent unter Berücksichtigung der betroffenen Bevölkerung.

Die grosse Steuersenkungswelle ist somit verebbt. Knapp 50 Gemeinden haben dank dem revidierten kantonalen Finanzausgleich ihren Steuerfuss in den letzten zehn Jahren um mindestens 10 Prozentpunkte senken können. Am steilsten hinunter ist es in Bussnang gegangen, von 90 auf 50 Prozent. Mit 32 Prozent hat Horn weiterhin den tiefsten Gemeindesteuerfuss. Auch Bottighofen, Warth-Weiningen, Tägerwilen, Mammern und Ermatingen liegen unter 40 Prozent.

Wenig Bewegung bei Schulen

Bei den Schulgemeinden führte das neue Beitragsgesetz 2011 und 2012 zu einer Senkungswelle. 2014 senkten noch 18 Schulgemeinden ihre Steuerfüsse, und zwar durchschnittlich um 2 Prozentpunkte. 4 Schulgemeinden erhöhten sie um durchschnittlich 3 Prozentpunkte. Wenige Veränderungen gab es auch bei den Kirchensteuern.

Im Zusammenspiel der drei Steuern sinkt der Gesamtsteuerfuss 2014 in jeder dritten Gemeinde, wie die Dienststelle für Statistik errechnet hat. Mit 233 Prozent hat Bottighofen den niedrigsten Gesamtsteuerfuss, gefolgt von Salenstein, Ermatingen, Neunforn und Warth-Weiningen.