Rütibach wird Hundepension

WIEZIKON. Corinne Butz bewohnt seit kurzem das viele Jahre unbewohnte Haus Rütibach bei Sirnach und bietet Tages- und Ferienplätze für Hunde an. Die Bauarbeiten am denkmalgeschützten Wohnhaus laufen.

Philipp Haag
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Das Wohnhaus des Hofes Rütibach wird renoviert. (Bilder: Nana do Carmo)

Das Wohnhaus des Hofes Rütibach wird renoviert. (Bilder: Nana do Carmo)

Lange, über 15 Jahre, stand es leer, das Haus Rütibach an der Fischingerstrasse ausserhalb von Sirnach. Das über 350 Jahre alte Gebäude war am Verfallen, etliche Sirnacherinnen und Sirnacher bezeichneten es als Schandfleck. Nun ist das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus wieder bewohnt, und zwar von Corinne Butz, ihrem Sohn Jan und den drei Hunden Rinzi, Blue und Ibi. Corinne Butz hat den ehemaligen Landwirtschaftsbetrieb, es gehören ein an das Wohnhaus angebauter Schopf und zwei Scheunen und etwa 12 Meter Umschwung dazu, über die Hof Rütibach AG erworben und richtet auf dem in der Landwirtschaftszone gelegenen Gelände eine Hundepension ein.

«Wir bieten Tages- und Ferienplätze für Hunde an», erklärt sie. Vorgesehen sind etwa 10 Plätze. Die Hunde werden gemäss Corinne Butz in kontrollierten Rudeln oder einzeln betreut. Täglich werden Spaziergänge unternommen, in der Gruppe oder alleine. Die nächsten Wohnhäuser liegen in etwa einen halben Kilometer entfernt. Bis vor kurzem führte Corinne Butz eine Hundepension in Wängi, über eine Bewilligung des Thurgauer Veterinäramtes verfügt sie also. Auf den Rütibachhof war sie durch eine Kollegin aufmerksam geworden, die wusste, dass sie sich nach einer anderen Liegenschaft umsah.

Scheune wird abgerissen

Damit die Hunde auf dem Hof Rütibach aufgenommen werden können, sind bauliche Anpassungen an der Liegenschaft notwendig. So baut Corinne Butz den Keller des Wohnhauses und den Schopf zu Schlafplätzen und Gruppenräumen für die Hunde aus. An das Haus angrenzend befinden sich die eingezäunten Auslaufzonen. Die hintere Scheune, sie steht nicht unter Schutz und ist von der Strasse aus nicht sichtbar, wird abgerissen. Dort soll ein Trainingsgelände für Diensthunde entstehen. Sohn Jan macht im Frühling 2012 die Hundeführer-Rekrutenschule. Die vordere Scheune, sie ist vermutlich im 17. Jahrhundert erstellt worden, bleibt stehen. Die Gemeinde Sirnach stellte die Scheune vor kurzem in Absprache mit der Bauherrschaft und der kantonalen Denkmalpflege unter Schutz. Die Scheune ist von historischer Bedeutung, da sie ein Ensemble mit dem Wohnhaus bildet. Genutzt werden soll sie als Garage und als Lagerraum. Renoviert wird auch das 10-Zimmer-Wohnhaus. Es ist bereits eingerüstet, die Bauarbeiten sind im Gang. So wird die Fassade gesäubert, isoliert; und auf der Vorderseite werden die Fenster restauriert. Weil das Dach undicht ist, werden die Ziegel ersetzt. Eingezogen werden auch noch Leitungen für Strom und Wasser. Die Kosten für Kauf und Umbau des Wohnhauses plus Schopf belaufen sich gemäss Corinne Butz auf um die 760 000 Franken.

Es kehrt wieder Leben ein

Froh, dass der historische Gebäudekomplex genutzt wird und dort wieder Leben einkehrt, ist der Sirnacher Gemeindeammann Kurt Baumann. Das Gebäude habe einen verlotterten Eindruck gemacht, sei nicht mehr präsentabel gewesen. Es gab bereits früher einmal einen Versuch, das Land anderweitig zu nutzen. Das Sirnacher Stimmvolk lehnte damals allerdings ab. (siehe Box)