Im Kloster braut sich was zusammen

FISCHINGEN. Eine neugegründete Aktiengesellschaft will im Kloster Fischingen eine Brauerei einrichten. Nebst Klosterdirektor Werner Ibig sind zwei Grosse der Branche in das Projekt involviert. Kommunizieren wollen sie ihre Absichten noch nicht.

Olaf Kühne
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Irdische Genüsse hinter himmlischen Gemäuern: Im Kloster Fischingen wird künftig Bier produziert. (Bild: Reto Martin)

Irdische Genüsse hinter himmlischen Gemäuern: Im Kloster Fischingen wird künftig Bier produziert. (Bild: Reto Martin)

Das Kloster Fischingen macht vorwärts mit der Kommerzialisierung seiner altehrwürdigen Gemäuer. Im März erst wurde das neue Seminarhotel eingeweiht – ein Sechs-Millionen-Projekt. Nun folgt bereits der nächste Schritt.

Auf der Gemeinde Fischingen liegt die Baueingabe für eine «Klein-Brauerei» auf. Was genau damit gemeint ist, bleibt vorerst unklar. Klosterdirektor Werner Ibig wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung diesbezüglich nicht äussern. Es sei noch viel zu früh, sagte er. Man wolle erst ein Kommunikationskonzept erarbeiten und allenfalls im Frühherbst an einer Pressekonferenz erste Details der Pläne bekanntgeben.

750 000 Franken Aktienkapital

Klar scheint indes, dass im Kloster Fischingen dereinst keine Hobby-Anlage einige wenige Flaschen Bier ausstossen wird. Am 7. Juli wurde die Brauerei Kloster Fischingen AG ins Handelsregister eingetragen. Ausgestattet ist die neue Gesellschaft mit einem beachtlichen Aktienkapital von 750 000 Franken, aufgeteilt auf 750 Namenaktien à 1000 Franken.

Doch nicht nur das gute finanzielle Polster lässt auf ernsthafte Absichten schliessen. Nebst Klosterdirektor Ibig sitzen zwei Schwergewichte der Branche mit im Boot: der Frauenfelder Martin Wartmann und der Winterthurer Andreas Schöllhorn.

Ittinger und Haldengut

Der heute 67jährige Wartmann übernahm 1975 die Leitung der Actienbrauerei Frauenfeld, entwickelte später das «Original Ittinger Klosterbräu» und gründete zusammen mit Partnern die «Back&Brau»-Gruppe. Heute ist er Verwaltungsratspräsident der Brauhaus Sternen AG.

Schöllhorn ist ein Spross jener Winterthurer Familie, die von 1875 bis zum Verkauf an den holländischen Heineken-Konzern 1993 die Brauerei Haldengut führte. Der heute 60jährige Andreas Schöllhorn war zuletzt Geschäftsführer des Winterthurer Traditionsunternehmens.

Produktion und Vertrieb

Die Voraussetzungen sind also durchaus gegeben, dass in Zukunft aus Fischingen ein Produkt mit nationaler Ausstrahlung Gastronomie und Detailhandel bereichern wird. «Die Gesellschaft bezweckt die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb hochwertiger Spezialbiere und verwandter Produkte und Dienstleistungen», steht denn auch als Unternehmenszweck im Handelsregister.

Werner Ibig Klosterdirektor Fischingen (Bild: Reto Martin)

Werner Ibig Klosterdirektor Fischingen (Bild: Reto Martin)

Martin Wartmann Bierbrauer Frauenfeld (Bild: Susann Basler)

Martin Wartmann Bierbrauer Frauenfeld (Bild: Susann Basler)