Ein Holzfäller mit scharfen Zähnen

RICKENBACH. Beim Mühleweiher in Rickenbach hat sich ein Biber niedergelassen. Aus Sicherheitsgründen musste ein Baum gefällt werden, damit dieser nicht auf den Weg stürzt. Gemeindemitarbeiter Kurt Gubser betrachtet den Biber nicht als Problem.

Ramona Cavelti
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Das Werk des Bibers: Rund um den Baum liegen bereits Spähne. Er wird wohl nicht mehr lange stehen. (Bilder: Ramona Cavelti)

Das Werk des Bibers: Rund um den Baum liegen bereits Spähne. Er wird wohl nicht mehr lange stehen. (Bilder: Ramona Cavelti)

Riesige Späne liegen in der Wiese. Rund um den Mühleweiher und entlang des Altbaches liegen Äste. Spuren in der nassen Erde führen zu einem alten Boot, das in einer Ecke des Weihers liegt. Darunter wohnt er. Der Biber, der zurzeit in Rickenbach fleissig Bäume fällt. Sein Werk ist gut sichtbar: Bereits gefällte Bäume und viele angenagte Stämme, in die der Biber zurzeit seine scharfen Zähne steckt.

Kurt Gubser, seit 36 Jahren Gemeindemitarbeiter von Rickenbach, hat vor rund fünf Jahren einen Biber in diesem Areal gesehen. «Zuerst glaubte man, ich würde spinnen. Doch dann hat ein anderer Mann den Biber auch entdeckt», erzählt er. Danach habe man eine Zeitlang Ruhe von dem Biber gehabt, nun ist wieder einer aktiv.

Nur ein Biber beim Mühleweiher

«Früher gab es hier keine Biber», weiss Gubser aus seiner langen Erfahrung als Gemeindemitarbeiter. Man glaubte sogar, die Biber seien in der Schweiz ausgestorben. Woher die Tiere nun wieder in den Kanton Thurgau beziehungsweise nach Rickenbach kamen, weiss Gubser nicht. Er ist sich aber sicher, dass unter dem Boot beim Mühleweiher nur ein Biber in dem Bau wohnt. «Sonst gäbe es mehr gefällte und angefressene Baumstämme», sagt er. Seit ungefähr zwei Wochen seien aber einige neue Spuren dazugekommen.

Der Biber ist kein Problem

Der Biber richte sonst keinen Schaden an, Gubser spricht nicht von einem Problem. «Wir haben die Situation im Griff», sagt er. Auf der Nordseite des Weihers verläuft ein öffentlicher Fussweg. Aus Sicherheitsgründen musste bereits ein Baum gefällt werden, bevor er – dank des Bibers Zähnen – auf den Weg stürzt und Spaziergänger behindern könnte. «Die Sicherheit des Gehweges ist wichtig», sagt Gubser. Diese sei nun gewährleistet. Als weitere Massnahme wurden einige Bäume beim Weiher mit Zaun ummantelt, damit das Nagetier keine Möglichkeit hat, diese Bäume zu Fall zu bringen.

Weiden und Erlen bevorzugt

Nagt der Biber an einem Baumstamm, tut er dies geschickt. Denn der Baum fällt immer in die Richtung des Wassers, also entweder zum Altbach oder in Richtung des Weihers. Auch sehen die abgenagten Bäume alle ähnlich aus. Da sich der Biber rund um den Baumstamm herum frisst, entsteht ein oben spitzer Baumstrunk.

Nicht alle Bäume sind beim Nagetier gleich beliebt. «Hauptsächlich mag der Biber Weiden und Erlen», weiss Gubser. Deren Holz ist weicher als das anderer Bäume.

Unter dem alten Boot beim Weiher hat der Biber seinen Bau angesiedelt. In der nassen Erde ist seine Spur zum Wasser gut sichtbar. (Bild: unknown)

Unter dem alten Boot beim Weiher hat der Biber seinen Bau angesiedelt. In der nassen Erde ist seine Spur zum Wasser gut sichtbar. (Bild: unknown)

Der Maschendrahtzaun dient dem Schutz der Bäume.

Der Maschendrahtzaun dient dem Schutz der Bäume.

Kurt Gubser Gemeindemitarbeiter in Rickenbach (Bild: Ramona Cavelti)

Kurt Gubser Gemeindemitarbeiter in Rickenbach (Bild: Ramona Cavelti)