Der Biber erobert Aadorf

AADORF. Eine Biberfamilie fühlt sich in Aadorf sichtlich wohl. An der Lützelmurg auf der Höhe des Bahnhofes markiert sie ihr Revier. Passanten, Anwohner oder der Lärm der Züge stören die Nagetiere nicht.

Kurt Lichtensteiger
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Die Biber waren fleissig: Ein 50 Zentimeter dicker Baumstamm an der Lützelmurg ist fast durchgebissen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die Biber waren fleissig: Ein 50 Zentimeter dicker Baumstamm an der Lützelmurg ist fast durchgebissen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Wer den Weg von der Bahnhofunterführung über die Fussgängerbrücke in Richtung Buchwiese einschlägt, muss nicht lange nach Biberspuren suchen. Entlang beider Ufer der Lützelmurg liegen gefällte Baumstämme. Vorzugsweise nagt ein Biber an Stämmen von Sträuchern und Bäumen mit einem Durchmesser bis zu acht Zentimeter. Zurzeit hat er sich sogar einen 50 Zentimeter dicken Stamm vorgenommen, der bis zur Hälfte unter den Schneidezähnen gelitten hat. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der mächtige Baumstamm zu Fall kommt. Eine Gefährdung von Mensch und Umgebung scheint indessen nicht gegeben.

Der Biber erweist seinem Ruf als Landschaftsgestalter also alle Ehre. Zum Teil mag er dem Werkhof sogar mit seiner Fällaktion gewisse Schneidearbeiten an der Uferböschung abzunehmen. Doch nicht überall. Um menschliche Vorlieben scheint er sich allerdings zu foutieren. So machte dem Nagetier selbst ein Maschendrahtzaun keinen Eindruck, tat er sich doch gütlich an einem Baum im Garten einer nahen Besiedlung.

Tierfreunde sollten sich indes verkneifen, sich näher an die Tatorte zu begeben. Die Biber, die keinen Winterschlaf machen, schätzen nämlich ihre Ruhe, nicht zuletzt zur Paarungszeit zwischen Januar und April. Eine tierliebende Anwohnerin spricht von insgesamt fünf Bibern in diesem Gebiet, einem Elternpaar mit drei Jungen, die aber bald drei Jahre alt sein dürften und deshalb aus dem Revier verjagt würden.

Dass nun ein eigentlicher Bibertourismus eintreten könnte, ist nicht nur ihre Sorge.