Der dritte Mann: Roland A. Huber

Aus dem Zweikampf wird ein Dreikampf: Nach Andreas Wirth (SVP) und Anders Stokholm (FDP) stellt sich auch Roland A. Huber (BDP) zur Wahl als Stadtammann. Die Frauenfelder hätten das Recht auf eine Auswahl, sagt Huber.

Markus Zahnd
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Roland A. Huber gehört seit Juni 2012 dem Grossen Rat an, zuletzt setzte er sich für den Kantonsschulstandort Frauenfeld ein. (Bild: Reto Martin)

Roland A. Huber gehört seit Juni 2012 dem Grossen Rat an, zuletzt setzte er sich für den Kantonsschulstandort Frauenfeld ein. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Immer wieder sei er darauf angesprochen worden. Immer wieder hätten ihn Leute gefragt, ob er nicht als Stadtammann kandidieren wolle, sagt Roland A. Huber. «Zuerst habe ich abgewinkt. Doch als dann die Nominationen der SVP und der FDP bekannt wurden, sind erneut Menschen auf mich zugekommen.» Und nun hat er sich entschieden: Roland A. Huber stellt sich zur Wahl als Nachfolger von Stadtammann Carlo Parolari. Portiert wird er von der BDP, für diese Partei sitzt er auch seit Juni 2012 im Grossen Rat.

2011 ins Rampenlicht getreten

Mit seiner Kandidatur will der 57-Jährige und ehemalige Leiter der Jugendmusikschule Frauenfeld der Bevölkerung eine Auswahl bieten. «Die Frauenfelder haben das Recht, aus mehr als zwei Kandidaten auswählen zu können.» Nebst Huber stellen sich auch Schulpräsident Andreas Wirth (SVP) und der ehemalige Eschenzer Gemeindeammann und aktuelle Direktor des Sozialversicherungszentrums Thurgau, Anders Stokholm (FDP), zur Wahl.

Im Gegensatz zu Wirth und Stokholm ist Huber politisch eher unerfahren. «Das stimmt nur zum Teil. Ich bin zwar erst seit zwei Jahren als Kantonsrat an der Front. Aber ich war schon immer politisch aktiv und habe mich im Hintergrund engagiert.» Ins politische Rampenlicht trat er erstmals 2011, als er auf der BDP-Liste für den Nationalrat kandidierte. Auch dank seiner Bekanntheit durch seine Tätigkeit in der Musik schaffte er 2012 dann den Sprung in den Grossen Rat. Politisch ordnet er sich in der Mitte ein. «Ich bin ein sozial eingestellter Mensch mit Bodenhaftung», sagt er über sich selber. Das bedeute aber keineswegs, dass er wie eine Fahne im Wind politisiere, er vertrete klare Standpunkte.

Attraktiver für die Jugend

In der Lokalpolitik trat Huber bis jetzt nicht in Erscheinung. Als grösste Herausforderung der Stadt bezeichnet er den Verkehr. «Es gab schon etliche Anläufe, den Verkehr in den Griff zu bekommen. Nun sehe ich eine positive Entwicklung, wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen.» Er blickt auch auf die wirtschaftliche und demographische Entwicklung. Die Stadt wachse und es gehe ihr gut. Dennoch stelle sich die Frage, wie gross Frauenfeld noch werden könne. Und natürlich denkt er als Musiklehrer und dreifacher Vater auch an die Jüngeren: «Für die 16- bis 25-Jährigen könnte Frauenfeld noch attraktiver werden.»

Hubers Motivation für das Amt ist die Stadt selber. «Frauenfeld liegt mir am Herzen, es ist meine Heimat.» Er ist hier geboren und aufgewachsen und lebt mit seiner Familie seit über 30 Jahren im Schollenholz-Quartier. Daher würde er die Zukunft der Stadt gerne mitgestalten. Und er sagt auch über sich, dass er es gewohnt sei, Verantwortung zu tragen. «Das war schon immer so. Als Schulleiter habe ich 25 Jahre lang gestaltet.» Diese Aufgabe reizt ihn nun auch auf der politischen Ebene.

«Lustvoll und sportlich»

Die Stadtammann- und Stadtratswahlen finden am 8. März statt. Roland A. Huber freut sich auf den Wahlkampf mit Wirth und Stokholm. «Es ist eine spannende Ausgangslage. Das Rennen ist offen, ich gehe es lustvoll und sportlich an.» Ob noch weitere Kandidaturen folgen, ist durchaus möglich. Zuletzt hatten es die CVP, die EVP und die Gruppierung Chrampfe & Hirne offen gelassen, ob sie noch jemanden nominieren.