Botschafterin, Bücher und Prost mit Apfelwein

Frauenfeld trifft sich in Frankfurt. Es steht Business an, Networking und hin und wieder ein guter Stehlunch. Es ist Frankfurter Buchmesse. Die Frauenfelder Buchhändlerin Marianne Sax ist als Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands (SBVV) vor Ort.

Mathias Frei
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Gut gelaunt in Frankfurt: Marianne Sax und Thomas Harder. (Bild: pd/Lino Helbling)

Gut gelaunt in Frankfurt: Marianne Sax und Thomas Harder. (Bild: pd/Lino Helbling)

Frauenfeld trifft sich in Frankfurt. Es steht Business an, Networking und hin und wieder ein guter Stehlunch. Es ist Frankfurter Buchmesse. Die Frauenfelder Buchhändlerin Marianne Sax ist als Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands (SBVV) vor Ort. Derweil weibelt gleichenorts der Frauenfelder Markenexperte Thomas Harder für seine neue Publikation «Marken für Menschen. Wie weiter nach dem Marken-Missverständnis». Knapp fünf Stunden: So lange fährt man mit dem Zug aus dem Thurgau nach Frankfurt. Und dann trifft man sich am Donnerstag beim «Schweizer Empfang», zu dem der SBVV und das Schweizerische Generalkonsulat in Frankfurt eingeladen haben.

270 000 Besucher an zwei Tagen

An den Publikumstagen am Wochenende werden an der Buchmesse 270 000 Besucher erwartet, dazu seit Mittwoch bis Sonntag 140 000 Fachbesucher.

Seit Marianne Sax SBVV-Präsidentin ist, nämlich seit 2008, hat sie keine Buchmesse verpasst. Heuer ist sie am Montag angereist, hat an der Verleihung des Deutschen Buchpreises den überraschten und deshalb auch unvorbereiteten Preisträger Frank Witzel inklusive ad-hoc-Dankesrede miterlebt. Vor ihrer Heimreise am Sonntag besucht sie die Verleihung des Deutschen Buchhandels an den deutschen Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani in der Frankfurter Paulskirche. «Das ist jeweils eine sehr schöne Veranstaltung.» Und der Festakt wird live im Fernsehsender ZDF übertragen.

Dazwischen gibt es für die Frauenfelderin viele Begegnungen und Gespräche – mit Autoren, Verlagsleitern, Vertretern anderer Landes-Verlegerverbänden und mit Journalisten. Arbeit, die Marianne Sax Spass macht. Zwei Tage steht sie am SBVV-Stand. «Hier zeigen sich Schweizer Verlage, und es liegen auch die Publikationen des Bundesamts für Kultur und von Pro Helvetia auf.» Für Sight-Seeing reserviert sich Sax jeweils den Dienstag. Ein Programmfixpunkt für die SBVV-Präsidentin ist der «Schweizer Empfang», welcher gestern vormittag über die Bühne gegangen ist. Die neue Schweizer Botschafterin in Deutschland, Christine Schraner Burgener, hat das Grusswort gehalten.

Markenexperte Thomas Harder hat eben mit dieser Christine Schraner Burgener zusammen studiert. Ein Zufall, dass sie sich hier treffen. Kein Zufall, dass es am «Schweizer Empfang» ist. «Es gab einen guten Schweizer Wein zu trinken», lobt Harder. Aber nicht aus dem Thurgau, sondern aus dem Zürcherischen. Angestossen haben die beiden Frauenfelder trotzdem. Man kennt sich. Die Thurgauer Kantonshauptstadt ist kleiner als Frankfurt. Ebenfalls beeindruckend hat Harder Gastredner und Autor Klaus Merz gefunden.

Autoren sind Frühaufsteher

«Die Messe ist riesig, sicher dreimal so gross wie die Olma», mutmasst Harder. Und er sei nicht das erste Mal an einer Fachmesse, aber erstmals an der Frankfurter Buchmesse. Viel sehen von der Messe oder von der Stadt Frankfurt wird Harder aber nicht. Gestern morgen um 4.30 Uhr hat er den Zug ab Basel genommen. Dort hat er auch übernachtet. «In Frankfurt sind alle Hotels ausgebucht.» Gestern vormittag ist die Buchlancierung von «Marken für Menschen» angestanden. Es folgt ein Referat von Harder und seinem Mitautor Nicolas Wüthrich am Stand des Zürcher Fachverlags Versus, der Harders Buch herausgibt. Nach dem «Schweizer Empfang» ein wichtiges Meeting mit dem Verlag. «Unser wichtigster Botschafter ist der Verlag, es liegt an uns, ihm gute Argumente für unser Buch zu liefern.» Später Gespräche mit Fachjournalisten. Bis gestern abend sind schon mehrere Referate in Zusammenhang mit dem neuen Buch aufgegleist.

Nach dem vollen Tag geht's abends wieder nach Hause. «Unser Ziel ist es, vor der Zugfahrt noch irgendwo auf das Buch anzustossen. Vielleicht mit Apfelwein, das wäre eine lustige Idee», meint Harder.