Helikopter verdrängt Libellen

MÜLLHEIM. Im Rosenweiher in Müllheim wird dieser Tage hart gearbeitet. Der Turnverein Müllheim baut die Kulisse für die Crazy Night vom Sonntag auf. Die Partybesucher erwartet ein riesiger Rega-Helikopter. Darin werden Drinks ausgeschenkt.

Severin Schwendener
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Gestern liess sich bereits erahnen, was die Besucher am Sonntag erwartet. Doch bis dahin wartet auf die Helfer noch ein gewaltiges Stück Arbeit. (Bild: Donato Caspari)

Gestern liess sich bereits erahnen, was die Besucher am Sonntag erwartet. Doch bis dahin wartet auf die Helfer noch ein gewaltiges Stück Arbeit. (Bild: Donato Caspari)

Ausgefallene Installationen haben Tradition im Müllheimer Rosenweiher, Flugzeuge sowieso. Nach einer Ju-52 vor zwei Jahren baut der TV Müllheim nun einen Rega-Helikopter nach, dessen Rotor sich während der Party drehen und der die Bar beherbergen wird.

Seit letztem Samstag schleppen die Mitglieder des TV in schweisstreibender Fronarbeit rund 30 Tonnen Material in den Weiher. Viele opfern eine ganze Woche Ferien, um die gewaltige Partykulisse in nur sieben Tagen aus dem Boden beziehungsweise dem Weiher, zu stampfen.

Dabei hat die Crazy-Night-Party durchaus beschaulich angefangen, wie TV-Präsident Josua Heubi sagt. Gut 250 Gäste fanden sich vor 17 Jahren zum ersten Fest ein, alte Fotos zeugen von einer gemütlichen Dorffest-Atmosphäre.

3500 Besucher erwartet

Dagegen ist der Event in diesem Jahr ungleich grösser und professioneller. Rund 4000 Liter Bier und 4500 Liter verschiedene Mineralwasser sind bestellt, mehr als 3500 Gäste werden erwartet, je nachdem, wie sich das Wetter am Sonntag benimmt. Doch selbst bei Regen fällt die Party nicht ins Wasser: Das zwischen den Bäumen eingerichtete riesige Dach garantiert, dass auf jeden Fall im Trockenen Party gemacht werden kann.

Rega wirbt Mitglieder

Auch die Rega selbst zeigt sich begeistert vom Projekt im Rosenweiher. Sie hat die Helfer kurzerhand zu einer Führung auf ihren Stützpunkt in Kloten eingeladen. Dafür wird sogar der Aufbau des Festgeländes für einen halben Tag unterbrochen. An der Party selbst kann man an einem eigens eingerichteten Stand sogar Mitglied der Rega werden.

Doch was ist es, das die 15 bis 20 Helfer dazu bringt, eine ganze Woche Urlaub zu opfern, um im Rosenweiher eine gigantische Kulisse aufzubauen, die nach einmaligem Gebrauch bereits am 1. August wieder abgebaut werden wird?

Es sei eine schöne Zeit, meinen die Helfer unisono. Die Atmosphäre wirkt trotz spürbarer Seriosität locker und freundschaftlich. Und vor allem eines müsse man herausstreichen, meint Heinz Burgermeister vom TV Müllheim. Dem Koch, Marcel Meier, gebühre ein ausdrückliches Lob für die hervorragende Verpflegung der Helfer, die mit Raclette oder Filet im Teig verköstigt würden.

Wer weiss, vielleicht liegt die wahre Motivation der Helfer irgendwo in der Küche des Pfadilagers.

Froschmänner im Einsatz

Ein Augenschein vor Ort zeigt vor allem die Dimensionen der Vorbereitungen. Der halbe Weiher ist mittlerweile mit Gerüsten und Stegen gefüllt, Froschmänner haben Anfang Woche die Fundamente auf dem Weihergrund angebracht. Auf die in luftiger Höhe gespannten Stahlseile stützt sich ein gewaltiges Dach, eine ganze Reihe mobiler Toilettenhäuschen wartet auf die in Scharen erwarteten Gäste. Der Helikopter selbst nimmt ebenfalls langsam Gestalt an und ist in der Tat immens.

Damit das Fundament auch hält: Froschmänner im Einsatz. (Bild: Severin Schwendener)

Damit das Fundament auch hält: Froschmänner im Einsatz. (Bild: Severin Schwendener)

Dieser Rega-Heli dient als Modell für die Bar. (Bild: Severin Schwendener)

Dieser Rega-Heli dient als Modell für die Bar. (Bild: Severin Schwendener)