Erlebte Vielfalt, funkelnde Augen

FRAUENFELD. Die Jugendmusikschule Frauenfeld feierte im Rathaus ihr 40jähriges Bestehen. Es gab viel Lob und Anerkennung für eine grossartige Entwicklung, die es vielen Kindern ermöglicht, Musikunterricht zu geniessen.

Evi Biedermann
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Auf der Bühne: Die Gründer des Vereins die Jugendmusikschule Frauenfeld mit den beiden Schülern Valerie Weidmann und Martin Wohlfende. (Bild: Evi Biedermann)

Auf der Bühne: Die Gründer des Vereins die Jugendmusikschule Frauenfeld mit den beiden Schülern Valerie Weidmann und Martin Wohlfende. (Bild: Evi Biedermann)

40 Jahre Jugendmusikschule Frauenfeld – das lockte so viel Publikum ins Rathaus, dass kein Stuhl leer blieb im Bürgersaal. Vor der Tür warteten die Jüngsten auf ihren Auftritt, drinnen unter den Gästen die Ältesten, die mit der Schule verbunden sind, auf den musikalischen Genuss.

Die beiden Kinderchöre führten untrüglich vor, was die Senioren des gleichnamigen Vereins vor vier Jahrzehnten in die Wege geleitet hatten und fortan fördern wollten: die Freude an der Musik.

Grussworte und Zitate

Mit erfrischenden Stimmen eröffneten die Kinder am Freitagabend den Festakt des Jubiläumsjahrs, das über die Monate verteilt mit zahlreichen musikalischen Veranstaltungen aufwartet.

«Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an», «Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist», «Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man braucht sie nur zu geniessen»: Über die Bedeutung von Musik haben sich Musiker, Schriftsteller und weitere Kulturschaffende zahlreich geäussert. Deren Zitate hielten auch Einzug in die Grussworte, welche die höchsten Vertreter von Stadt und Kanton und Schule überbrachten.

Auch war grosse Dankbarkeit zu spüren, dass die Musikschule mit dem Zusammenspiel von Musik, Sprache, Rhythmus und Bewegung zu einer ganzheitlichen Erziehung beitrage. «Musikunterricht und Musizieren sind aus den Schulen nicht wegzudenken», sagte Andreas Wirth, Präsident der Schulen Frauenfeld.

Bezauberndes Trio

Natürlich gab's auch viel Musik zu hören am Freitagabend, für einmal nicht von den Schülern, sondern von den Lehrerinnen und Lehrern. Bezaubernd war etwa der Auftritt von Anja Bohner und Cristina Ungureanu, die den Bogen ihrer Violine mit zarter Hand führten und dabei ebenso behutsam von Franziska Grundl am Akkordeon begleitet wurden.

Mit Valerie Weidmann und Martin Wohlfender standen die einzigen Instrumentalisten der Schülergeneration auf der Bühne. Sie spielten vor den Augen ihrer ältesten Förderer, als diese für ihre Verdienste mit einem Blumenstrauss geehrt wurden.

Auch der Tanz fehlte nicht. Wie Elfen huschten vier Tänzerinnen übers Parkett, den musikalischen Takt gab lediglich ein Gitarrist vor. Der Abend zeigte exakt, was Regierungspräsidentin Monika Knill in ihrer Rede auf den Punkt gebracht hatte: Musik ist erlebte Vielfalt, wahrnehmbare Begeisterung, funkelnde Augen.

Verdrängte Musik

Einen langen Applaus gab's für Roland A. Huber, den einstigen und langjährigen Leiter der JMS, der auch unter den Geehrten war. Später spielte er beim Apéro in der Big Band mit. Nur hörte da niemand mehr hin, der Lärmpegel rund um die Stehtische hatte die Musik verdrängt. Ganz nach den Worten von Wilhelm Busch, der einst meinte: «Musik ist angenehm zu hören, doch ewig braucht sie nicht zu währen.»