WIEDERAUFBAU: Der Adler soll wachen

Ein Jahr nach dem Brand in der Altstadt präsentiert Steckborn ein Siegerprojekt. Es heisst «L’Aquilino» und schlägt eine bauliche Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart.

Hana Mauder
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Ein Jahr nach dem Brand in der Altstadt präsentiert Steckborn ein Siegerprojekt. Es heisst "L'Aquilino" und schlägt eine bauliche Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart. (Bild: Reto Martin)

Ein Jahr nach dem Brand in der Altstadt präsentiert Steckborn ein Siegerprojekt. Es heisst "L'Aquilino" und schlägt eine bauliche Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart. (Bild: Reto Martin)

Hana Mauder

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Knapp ein Jahr ist seit dem verheerenden Brand in der Altstadt von Steckborn vergangen. Bis heute klafft im Zentrum eine Lücke, in der aktuell ein Weihnachtsbaum für bessere Zeiten Stimmung macht. Die dürften jetzt anbrechen: Mit Stolz präsentierte die Stadt Steckborn und die Stiftung Ortsbild am Montag das Siegerprojekt des Architektur-Wettbewerbs zum geplanten Wiederaufbau.

«Noch vor einem Jahr war die Stimmung hier in Steckborn eine ganz andere», meinte zur Begrüssung Stadtpräsident Roger Forrer. «Heute dürfen wir etwas Erfreuliches präsentieren.» Damit gemeint ist das Siegerprojekt zum Wiederaufbau: Es heisst «L’Aquilino». Das Wort stammt aus dem Italienischen und bedeutet Adler. Der Wettbewerbssieger kommt aus dem Büro des Zürcher Architekten Sebastian T. Pater. Der Siegerarchitekt konnte nicht persönlich anwesend sein. Cornelia Bein, Stiftung Ortsbild Steckborn, verlas aber dessen Grussbotschaft. Darin beschrieb er seine Verbundenheit zu Steckborn. Bereits als Kind sei er nach Steckborn gesegelt.

Historischer Kontext muss gewahrt bleiben

69 Architekturprojekte wurden zum Wettbewerb fristgerecht eingereicht. Das Auserkorene erfülle die Anforderungen der drei involvierten Liegenschaftsbesitzer und -besitzerinnen und stelle – so die Verantwortlichen – an diesem städtebaulich wichtigen Ort eine architektonische Bereicherung dar. «Es war eine komplexe Aufgabe», stellte Walter Oberhänsli, Stiftung Ortsbild Steckbron, fest. «Das Resultat kann sich sehen lassen.» Er lobte die gute Zusammenarbeit von Stadt, Stiftung, Denkmalpflege, Hochbauamt, Kanton und der Hauseigentümer. «Das Siegerprojekt bietet eine spannende architektonische Lösung», fuhr er fort. «Der Wohnraum wird hoch attraktiv, und es gibt einen neuen Anstoss für die Gastronomie.» Für den Laien verändert sich am Ortsbild nicht viel. Thomas Hasler, Architekt und Fachpreisrichter, erklärte: «Die fünf ursprünglichen Hauspersönlichkeiten sollen erkennbar sein. Aber sie bilden eine Gesamtheit. Das hat uns beim Siegerprojekt überzeugt.» Damit es nach Ende der Bauphase ebenso überzeugt wie jetzt auf dem Papier, brauche es gutes Handwerk. Es gilt, eine bauliche Brücke zu schlagen zwischen dem Respekt vor der Geschichte und den Anforderungen der Gegenwart. Etwa in Fragen der Proportionen: «Die Menschen sind heute grösser», so die Begründung für mehr Raumhöhe.

Die Fenster sind etwas grösser. Terrassen auf dem Dach erhöhen den Wohnwert. Auch die Ansprüche an den Brandschutz sind gestiegen. Aber die wesentlichen äusserlichen Erkennungsmerkmale bleiben erhalten. Mit der weiteren Bearbeitung des Siegerprojektes wird Anfang 2017 begonnen.