Mehr Frieden und weniger Streit

SITTERDORF. Am Neujahrsapéro der CVP Bischofszell und Umgebung pocht Thomas Diethelm auf Versöhnung. Regierungsrat Bernhard Koch erzählt von seinen Aufgaben und Wünschen und dass ihn die Arbeit einst auf einem Kamelritt einholte.

Rudolf Käser
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CVP-Parteipräsident Thomas Diethelm findet deutliche Worte über die politische Situation in Bischofszell (Bild: Rudolf Käser)

CVP-Parteipräsident Thomas Diethelm findet deutliche Worte über die politische Situation in Bischofszell (Bild: Rudolf Käser)

Parteipräsident Thomas Diethelm fand über die ungemütliche Bischofszeller Situation vor rund 40 CVP-Mitgliedern deutliche Worte. Er habe lange an seiner Rede gearbeitet und sei zum Schluss gekommen, dass man gewisse Dinge in der Öffentlichkeit sagen müsse.

Mit neuen Augen sehen

Diethelm hob ein Wort des katholischen Priesters Roland Breitenbach, das in der November-Ausgabe des «Marktplatzes» stand, hervor: «Lass uns sehen mit neuen Augen; die alten sehen immer nur das, was sie sehen wollen und schon immer gesehen haben.» Es gebe kaum einen besseren Zeitpunkt, sich diese Worte zu Herzen zu nehmen als zu Beginn eines neuen Jahres. Mit neuen Augen sehen, ermögliche Verkrustungen und Verhärtungen aufzubrechen und dabei zu neuen Betrachtungsweisen und Wertungen zu gelangen.

Worte von boshaften Leuten, die im Dunkeln mauscheln und mit böswilligen Behauptungen Unfrieden stiften und damit Neid, Missgunst und Hass säen, hätten ihn erschreckt, erzürnt und mit Sorge erfüllt, sagte Diethelm. «Wollen wir diese politische Kultur in Bischofszell? Können wir es tolerieren, dass in der Öffentlichkeit des Mitteilungsblattes der Stadt und Landschaft Bischofszell Bischofszellerinnen und Bischofszeller der Boshaftigkeit bezichtigt werden?», fragte er. «Darf es sein, dass eine kritische Haltung gleich mit Neid, Missgunst und Hass in Verbindung gebracht wird oder dass eine Gemeinschaft in Gut und Böse eingeteilt wird?»

«Ein bisschen Ruh»

Über die Vorgänge, welche zu den Aussagen geführt haben, könne er nicht urteilen. Doch er rief nach versöhnlichen Tönen, etwa in Anlehnung des Dichters Peter Rosegger: «Statt soviel Unrast ein bisschen Ruh.» Es könnte auch heissen: «Ich gebe zu, dass ich eine Fehlbeurteilung gemacht habe, oder ich gestehe, dass die ganze Wahrheit nicht auf meinem Bock hockt.» Der Parteipräsident wies darauf hin, dass auf das Gegenüber zuzugehen und ihm die Hand entgegen zu strecken eine Win-win-Situation ergeben würde. «Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit», wünschte er und drückte die Hoffnung aus, dass der Blick der Liebe in die politische Kultur Einzug halten werde.

Fünf bis sechs Wochen Ferien

«Das war spannend», äusserte sich eine Besucherin zu den Blicken hinter Bernhard Kochs regierungsrätliche Kulissen. Er versicherte, dass im Regierungsrat nicht gemauschelt werde. Seine Ausführungen liessen erahnen, welch vielfältige Aufgaben auf ein regierungsrätliches Mitglied warten. Elf kantonale, regionale und eidgenössische Kommissionen, unzählige Sitzungen und viele Verpflichtungen stehen an. «Wie gestalten Sie als Regierungsrat die Erholung?», wurde Bernhard Koch gefragt. «Fünf bis sechs Wochen Ferien müssen es sein – auch wenn ihn – auf einem Kamel sitzend – einmal ein Telefonanruf einholte. «Wichtig ist, zu Hause die Ruhe zu geniessen.»