Für den «Tatort» in der Luft

SITTERDORF. Die Helikopterfirma Valair AG aus Sitterdorf machte Luftaufnahmen für eine neue Folge der deutschen Krimiserie. Gedreht wurde im Raum Konstanz. Ein technisch hochentwickeltes Kamerasystem wurde eingesetzt.

Johannes Gemperli
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Kameramann Martin Bäbler und Helikopterpilot Hansruedi Amrhein, von der Firma Valair, sind für das Fernsehen unterwegs. (Bild: Johannes Gemperli)

Kameramann Martin Bäbler und Helikopterpilot Hansruedi Amrhein, von der Firma Valair, sind für das Fernsehen unterwegs. (Bild: Johannes Gemperli)

SITTERDORF. «Winternebel» heisst der neuste Konstanzer «Tatort», der nächstes Jahr im November ausgestrahlt wird. Gestern vor zwei Wochen war der dreiundzwanzigste und letzte Drehtag des Krimis. Die Luftaufnahmen mussten gemacht werden. Dazu herrschten die perfekten Bedingungen. Wie es sich die Regie gewünscht hatte, war der Boden leicht schneebedeckt und dicke Nebelfetzen hingen in der Luft. Wie schon für so manchen Tatort war die Helikopterfirma Valair aus Sitterdorf für die Luftaufnahmen angefragt worden und übernahm die Verantwortung.

Der Grund für die grosse Nachfrage bei Valair ist deren Besitz einer in der Schweiz sehr selten vertretenen Kamera, die Cineflex V14HD. Seit 2007 steht diese Kamera bei der Valair im Einsatz. Das Kamerasystem ist technisch hoch komplex. Es ist so aufgebaut, dass die Kameraoptik aussen am Helikopter in einer Kugel untergebracht ist. Helikopterpilot Hansruedi Amrhein erzählt stolz: «Unsere Kamera ist in der Horizontale 360 Grad, in der Vertikale 270 Grad schwenkbar, und unterliegt selbst bei einem Zoom von 840 Millimetern keinerlei Vibrationen». Gesteuert wird die Kamera über einen Controller im Helikopter drin. Aufgenommen wird heute nicht mehr auf Band, sondern auf sogenannte Harddisk-Platten, die direkt am Computer angeschlossen und eingelesen werden können.

Für «Die Schweizer» im Einsatz

Das Kamerasystem war bereits für die DOK-Serie «Die Bergretter im Himalaja», einen Imagefilm in New York sowie diverse Sportactionfilme im Einsatz. Auch für die Fernsehstationen NBC und BBC wurden schon Luftaufnahmen gemacht. Aktuell war das Kamerasystem von Valair für die vierteilige SRF-Serie «Die Schweizer» im Einsatz.

Vorletzten Freitag allerdings stand der «Tatort»-Dreh wegen einer technischen Störung am Kamerasystem kurz vor einer Absage. Zum Ärger von Amrhein, erhielt die Kamerablende keine Befehle der Controlleinheit. Die Blende machte unerklärlicherweise zu. Vermutet wird eine elektronische oder eine Software-Störung. Glücklicherweise konnte das Problem noch rechtzeitig behoben werden, so dass der Helikopter kurz nach 14 Uhr abheben und den Flugplatz Sitterdorf Richtung Tägerwilen verlassen konnte. In Tägerwilen begann nach kurzer Besprechung mit der Regieassistentin Janis Rebecca Rattenni der Filmdreh.

Seit über 20 Jahren unterwegs

Für die Luftaufnahmen im Einsatz waren Helikopterpilot Hansruedi Amrhein von der Firma Valair und Martin Bäbler vom Filmproduktionsunternehmen bsv-production. Amrhein ist schon seit über 20 Jahren im Einsatz. Er fliegt sowohl für Filmproduktionen als auch für Kontrollflüge von Hochspannungsleitungen und Rundflüge für Touristen. Während eines Filmdrehs wie dem Konstanzer «Tatort» wird oft sehr tief geflogen. «Besonders spektakulär sind die Aufnahmen zweier sich verfolgender Autos», sagt der erfahrene Helikopterpilot.

Der «Tatort» ist eine Co-Produktion des Deutschen, mit einem Schweizer «Tatort»-Team. «Ermittelt wird in zwei Mordfällen, zwischen denen es allenfalls eine Verbindung gibt», erzählt Regieassistentin Rattenni. Es seien rund zehn Schauspieler und Schauspielerinnen im Einsatz. Gedreht werde in der Region Konstanz, bis nach Baden-Baden. «Mehr darf ich leider noch nicht preisgeben.»