Die Crux mit dem Kreuz

Ein halbes Jahr intensiver Vorbereitung steckt in «Sister Act», dem Musical der Sek Erlen. Dieser Aufwand habe sich gelohnt, findet Musiklehrer René Pulfer.

Manuel Nagel
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Wunderschöne Kostüme sind ein Markenzeichen des Erler Musicals. (Bild: Manuel Nagel)

Wunderschöne Kostüme sind ein Markenzeichen des Erler Musicals. (Bild: Manuel Nagel)

ERLEN. Es geschah kurz vor der Pause: Das grosse Kreuz aus Styropor fiel zu Boden und brach entzwei. Flugs reparierten die Requisiteure das Objekt hinter der Bühne, so dass es bei der übernächsten Szene wieder im Hintergrund hing und anzeigte, dass die Handlung im Nonnenkonvent spielt.

Dies blieb jedoch die einzige Panne der Premiere am Montagabend. Die 300 Besucher erlebten während zweier Stunden eine packende Story mit Songs zum Mitklatschen und Mitwippen und dem einen oder anderen Schauspiel- und Gesangstalent.

Ganze 3. Sek beteiligt

Musiklehrer und Projektleiter René Pulfer, Regisseurin Rita Bänziger und ihre Assistentin Kathrin Hungerbühler arbeiteten das letzte Semester intensiv mit den 25 Jugendlichen auf der Bühne, die von ebenso vielen Mitschülern und weiteren Lehrern im Hintergrund unterstützt wurden.

Überzeugend war nicht nur das schlichte Bühnenbild, das im Werkunterricht von Adrian Steinemann hergestellt wurde und bei dem nichts zu viel auf der Bühne war. Auch die Kostüme, die unter der Leitung von Doris Huber geschneidert wurden, verdienen das Prädikat «wunderschön».

Für die Band konnte Pulfer vier Musikkollegen gewinnen, was sich als Glücksfall herausstellte. «So konnten sich die Schüler auf das Spielen und Singen konzentrieren, sagt Pulfer.

Überzeugende Schauspieler

Externe Unterstützung gab es auch von Rita Bänziger, welche die Rollen ideal besetzt hatte. Denis Smajovik spielte Lt. Eddie Souther so überzeugend, als besässe er schon einige Schauspielerfahrung. Doch was dem Schüler so leicht zu fallen schien, dahinter habe viel Arbeit mit ihm gesteckt, verriet Regisseurin Bänziger.

Auch Susann Reutimann als lebenslustige Mary Patrick und Aurelia De Grandi als scheue Mary Robert brauchen sich mit ihren Interpretationen nicht hinter den Schauspielerinnen des gleichnamigen Hollywood-Klassikers mit Whoopi Goldberg zu verstecken.

Doch nicht nur spielerisch vermochten die Sekundarschüler Glanzpunkte zu setzen, auch gesanglich gab es Höhepunkte, wie etwa Barbara Lauciellos Ballade, die sie wirklich in einem Nachtclub in Reno hätte singen können.

Nach der gelungenen Vorstellung verdrückten so manche der Darsteller auf der Bühne eine Träne der Rührung. Musiklehrer Pulfer war ebenfalls überwältigt. Er habe einige graue Haare während dieses Projekts bekommen, doch diese hätten sich gelohnt.