Unterstützen, nicht alles abnehmen

ARBON. Im Zeichen der Flüchtlingskrise stand die Parteiversammlung der SP. Weniger die problematischen Aspekte als vielmehr positive Erfahrungen mit Integrationsprojekten standen dabei im Vordergrund.

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Michèle Liptai berichtete über das Solinetz in Romanshorn, Sabine Schifferdecker über die Tavola, die Lebensmittelabgabestelle der SP-Frauen in Arbon. Menschen in ihrer besonderen Situation den Aufenthalt möglichst menschlich zu gestalten sowie Berührungsängste der Bevölkerung abzubauen, seien die Hauptziele der Projekte.

Essen verteilen statt wegwerfen

Unter diesem Motto verteilt das mittlerweile auf 18 Personen angewachsene Tavola-Team seit sieben Jahren jeden Freitag Lebensmittel an Familien mit kleinem oder kleinstem Budget und seit vier Jahren jeden Mittwoch an Asylbewerbende im Durchgangsheim Arbon. Überschüssige, einwandfreie Lebensmittel werden von den Schweizer Tafeln St. Gallen bei Grossverteilern, Produzenten und Detaillisten eingesammelt und an die Abgabestellen geliefert. So profitieren aktuell während der Freitagsabgabe 60 Haushalte mit einer Berechtigungskarte und gegen die Abgabe eines symbolischen Frankens. «Wir wissen nie, was und wie viel geliefert wird und so ist es jede Woche eine Herausforderung, allen genügend Ware in die Tasche füllen zu können», sagt Sabine Schifferdecker. Etliche Bezüger und Bezügerinnen seien Stammkunden, während im Durchgangsheim naturgemäss häufiger Wechsel stattfinde. Auch wenn Deutschkenntnisse hier noch kaum vorhanden seien, klappe die Verständigung dennoch gut. Seit dem Sommer sei die Zahl der Heimbewohner massiv gestiegen. Hauptsächlich kämen zurzeit junge, auch minderjährige Männer aus Eritrea.

Kontakte fördern Integration

Michèle Liptai berichtete über berührende wie erfahrungsreiche Momente beim gemeinsamen Basteln, Spielen, Lernen. Das Solidaritätsnetz veranstaltet Kontaktabende und organisiert Deutschkurse. Unterstützen ja, aber nicht alles abnehmen. Das Helfersyndrom sei hier fehl am Platz. Für gelingende Integration seien Kontakte nötig. (sr)