«So eine Party ist immer ein Festival»

Der Romanshorner Manuel Oberholzer absolviert ein Masterstudium in Marketing an der HSG St. Gallen. Mit Freunden organisiert er die LAN-Party im Seeparksaal in Arbon. Für den 15. bis 17. April werden 340 Computerspieler erwartet.

Ida Sandl
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Manuel Oberholzer Masterstudent an der HSG Mitorganisator LAN-Party (Bild: pd)

Manuel Oberholzer Masterstudent an der HSG Mitorganisator LAN-Party (Bild: pd)

Manuel Oberholzer, wie muss man sich die LAN-Party im Seeparksaal vorstellen?

Manuel Oberholzer: Im Seeparksaal wird ein Tisch neben dem anderen stehen. Wir erwarten um die 340 Teilnehmer, die sitzen dann dicht gedrängt vor ihren Computern. Es wird wahrscheinlich schon etwas enger als zu Hause.

Was für Menschen kommen an eine LAN-Party?

Oberholzer: Gamer, also Menschen, die Computerspiele lieben, und sich dabei gerne mit anderen messen. Man kann auch online gegen andere spielen. Aber an der LAN-Party kommt der soziale Aspekt dazu.

Sind Gamer überhaupt an Treffen in der nicht-digitalen Welt interessiert?

Oberholzer: Natürlich. So eine Party ist immer ein Festival. Es gibt auch eine Bar und etwas zu essen. Man trifft Freunde, redet und lacht miteinander. Die Stimmung ist immer super. Es kommen auch nicht nur die absoluten Computer-Freaks. Die Gamer-Szene in der Schweiz ist ohnehin nicht so festgefahren und professionell wie zum Beispiel in Korea.

Wie viel Geld kann ein Einzelspieler in Arbon höchstens gewinnen?

Oberholzer: Bei einem Einzelspieler sind es 300 Franken. Meistens wird in Fünfer-Teams gespielt. Ein Team kann bis zu 800 Franken gewinnen.

Kann auch jemand mitmachen, der wenig versiert ist in Computerspielen?

Oberholzer: Natürlich. Wie gesagt, die Szene in der Schweiz ist relativ locker und offen. Es kommen auch nicht nur Junge und nicht nur Männer.

Kommen viele Frauen?

Oberholzer: Etwa zehn Prozent der Teilnehmer sind Frauen. Aber bei uns spielen auch Familienväter mit. Am Nachmittag kommen dann die Frau und die Kinder vorbei und schauen dem Papi zu.

Müssen die Zuschauer auch Eintritt zahlen?

Oberholzer: Wir haben eine Tageskasse und verlangen 5 Franken Eintritt für Besucher. Die Teilnehmer zahlen 55 Franken. Die Tageskasse ist für uns aber auch eine Art Sicherheit. Wir wollen einigermassen kontrollieren können, wer im Saal ist.

Warum?

Oberholzer: Jeder Teilnehmer bringt seinen eigenen Computer mit. Manche auch noch Zusatzgeräte. Das hat einen Wert, da muss man schon ein bisschen aufpassen, dass nichts wegkommt.

Sie bieten auch Schlafplätze an, übernachten viele Teilnehmer?

Oberholzer: Es ist unsere erste LAN-Party in der Ostschweiz. Wir hoffen, dass viele aus der Umgebung kommen, die gehen dann natürlich heim. Aber ein grosser Teil der Teilnehmer wird auch über Nacht bleiben. Die Party dauert ja zwei Tage oder vielmehr zwei Nächte.

Es wird also wenig geschlafen?

Oberholzer: Das kommt auf den Einzelnen an. Man kann aber schon schlafen, die Turniere werden ja unterbrochen. Es gibt aber nur ein Massenlager. Jeder legt seine Luftmatratze auf den Boden und den Schlafsack drauf.

Welche Spiele stehen zur Auswahl?

Oberholzer: Die Hauptturniere sind Counter-Strike: Global Offensive, League of Legends und Hearthstone. Wir sammeln aber noch Inputs für weitere Turniere.

Sind Sie selber auch ein süchtiger Spieler?

Oberholzer: Ich bin eigentlich mehr der Organisator als der Gamer. Ich mache das zusammen mit drei Freunden aus Bern. Wir nennen uns Eevent. Noch sind wir ein Verein, geplant ist aber, dass daraus eine kleine Firma wird.

Was machen Sie beruflich?

Oberholzer: Ich mache an der HSG den Master in Marketing, Vor einem Jahr bin ich zufällig auf Eevent gestossen.

Gibt es noch andere Veranstalter von LAN-Parties in der Schweiz?

Oberholzer: Es gibt Konkurrenz, aber wir machen das recht professionell. Arbon ist die siebte LAN-Party, die wir organisieren. Bei uns klappen die Internet-Verbindung und es gibt eine Bar.

www.eevent.ch

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