HRS will Arbon neu erfinden

ARBON. In Arbon hat HRS in den nächsten Jahren Grosses vor. Die Stadt wird zur Bucht hin eine neue Silhouette bekommen. Und im Areal Saurer WerkZwei sollen 2014 erste Überbauungen und Umnutzungen in Angriff genommen werden.

Max Eichenberger
Drucken
Teilen
Neben dem Hamelgebäude (rechts), das HRS ab Frühjahr 2014 umbaut, sind gegenüber dem Bahnhof das Hotel «Werk2» und weitere Nutzungen (Wohnen, Dienstleistung) vorgesehen. (Bild: Visualisierung HRS)

Neben dem Hamelgebäude (rechts), das HRS ab Frühjahr 2014 umbaut, sind gegenüber dem Bahnhof das Hotel «Werk2» und weitere Nutzungen (Wohnen, Dienstleistung) vorgesehen. (Bild: Visualisierung HRS)

Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt über 160 Millionen Franken sind durch Wettbewerbe entschieden worden: Sie stehen vor der Ausführung oder werden auflagereif weiterentwickelt. Weitere Projekte stehen an. Laut HRS-CEO und Inhaber Martin Kull soll mit der «ehrwürdigen Sanierung» und dem Umbau des von der Stadt erworbenen Hamel-Gebäudes nächsten Frühling gestartet werden. Dort sei noch eine Einsprache des Heimatschutzes zu bereinigen. Sie betrifft die Parkierung. «Wir haben das Versprechen eingelöst, 500 Quadratmeter Kulturfläche zur Verfügung zu stellen», erinnert Kull. Die Hamel-Pläne hatte HRS Real Estate AG bereits öffentlich bekanntgemacht – wie die Überbauung «Wohnen im Park».

Abschied vom «Metropol»

Gestern nachmittag hat sie ihre Pläne mit dem Metropol-Areal am See und dem Baufeld neben dem Hamel, vis-à-vis dem Bahnhof, gelüftet. Der Weiterbestand des jetzigen Hotels «Metropol» war in den Köpfen der Planer nie eine Überlegung wert, der Abbruch schon länger besiegelt. Das wollten viele Arboner nicht, die das in einer Petition gegen den Abbruch des 50 Jahre alten Baus zum Ausdruck brachten. Zumindest sollte es an diesem Standort wieder ein Hotel geben. Ein 50-Betten-Hotel plant HRS jetzt aber etwas weg vom See neben dem Hamel. In einer 75-Millionen-Neuüberbauung am See («Riva»), dem das Metropol zu weichen hat, soll es immerhin noch «8 bis 12 Hotelzimmer» geben – über einem Sockelgeschoss, das ein Restaurant mit Saal und Bar bergen soll.

Doppelt so grosse Gastronomie

«Wir sehen hier im Erdgeschoss eine doppelt so grosse Gastronomiefläche vor wie heute das «Metropol» bietet», sagt Kull. Eine Fensterfront mit vorgelagerter Terrasse schaffe einen Bezug zur Parkanlage, erklärt Architekt Marius Hug. Das Projekt sieht zwei zehngeschossige und 40 Meter hohe «Zwillingstürme» mit 60 Wohnungen über dem Sockel vor. Kull spricht von «durchmischten Wohnformen» (Zweieinhalb- bis Viereinhalb-Zimmer) und «Wohnen mit Servicemöglichkeiten».

«Wir bauen kein Altersheim»

«Wir bauen aber kein Altersheim.» Die Terrassen zum See weisen fast Zimmergrösse auf. Eine Tiefgarage dockt unter der Parkzone, die als Fenster zum See optische Durchlässigkeit vom Hamel/Hotel zum See gewährleisten soll, an den Neubau an. Der Architekt will die öffentlichen Räume «als Anziehungspunkt für die Bevölkerung und Besucher etablieren» und sie von der Seepromenade abholen. Die beiden Zwillingstürme sind Hug zufolge «nicht identisch und nicht kubisch, sie staffeln sich in Höhe und Grundriss». Der ganze Grundriss komme einer Schmetterlingsfigur gleich, verdeutlicht der Architekt. Wenn nicht die Architektur, so sei doch «deren Farbigkeit eine Reverenz zu den Industriebauten».

Migros stiess «Metropol» ab

Die «Metropol»-Parzelle hatte HRS von der Genossenschaft Migros Ostschweiz erworben. Sie hatte das Hotel seit 1963 betrieben. 2006 hatte sie noch Ausbaupläne. Dann machte sie eine Kehrtwende und zog sich zurück. Die Kaufsumme wurde nie publik. HRS dürfte hier Gesamtinvestitionen von über 80 Millionen Franken rentabel machen müssen. Kull betont, dass HRS mit diesem Projekt die Vorgaben des Stadtrates erfülle. Die eine Parzelle, die der Stadt gehört, wird als offener Park gestaltet.

Martin Kull CEO HRS Real Estate AG (Bild: me)

Martin Kull CEO HRS Real Estate AG (Bild: me)

Simone Siegmann, Eva Maron Hôtelières Wunderbar, Werk2 (Bild: me)

Simone Siegmann, Eva Maron Hôtelières Wunderbar, Werk2 (Bild: me)

Die Eingangspartie zur geplanten Überbauung Riva mit Zwillingswohntürmen anstelle des «Metropols». (Bild: Visualisierung HRS)

Die Eingangspartie zur geplanten Überbauung Riva mit Zwillingswohntürmen anstelle des «Metropols». (Bild: Visualisierung HRS)