Arbon sucht die besten Verkäufer

Am Wettbewerb «Junior Sales Champion» nehmen die 14 Klassenbesten des zweiten Jahrgangs teil. Nach der ersten Hürde in Arbon winkt sieben von ihnen die Teilnahme in St. Gallen und auf internationaler Ebene.

Gunhild Rübekeil
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Die Schülerin Lara Monticolo legt der Lehrerin die Vorteile der Produkte in der Papeterie dar. (Bild: Gunhild Rübekeil)

Die Schülerin Lara Monticolo legt der Lehrerin die Vorteile der Produkte in der Papeterie dar. (Bild: Gunhild Rübekeil)

ARBON. Nervös verknotet Lara Monticolo ihre Hände, wischt sie vorsichtig an der Hose trocken. Der Verkaufstisch mit dem Farbstiftsortiment steht bereit, nun muss sie noch eine Minute warten, bevor Erika Streule sie in ein Gespräch verwickeln wird. «Lara ist sicher besonders aufgeregt, weil ich vom Fach bin», glaubt die Lehrerin, die wie Monticolo aus dem Papeteriebereich kommt.

Kaum ertönt das Startsignal, schlüpft Streule in die Rolle der Kundin und bringt ihr Anliegen vor: Sie sucht Malstifte für einen bevorstehenden Ausflug mit Kindern. Lara Monticolo führt das Angebot vor, stellt die Vorteile der einzelnen Fabrikate dar und lässt die Kundin ausgiebig testen. Getreu dem Motto «Haben wir nicht, gibt es nicht» bietet sie Erika Streule an, Nichtvorrätiges für sie zu bestellen. Die anfängliche Aufgeregtheit ist schnell verschwunden. Dass drei Jurymitglieder auf dem Podium und zahlreiche Zuschauer im Saal sie beobachten, hat die Schülerin längst vergessen.

«Auf alles eine Antwort parat»

«Ich habe nicht ins Publikum geschaut, sondern mich auf das Gespräch konzentriert», verrät Lara Monticolo im Anschluss und hat damit etwas Wichtiges richtig gemacht: «Blickkontakt – Übergang – zur Sache kommen» lautet ein Kriterium, das in die Bewertung des Verkaufsgesprächs einfliesst. Daneben spielen die Punkte Warenpräsentation, Argumentation und Gesamteindruck sowie äussere Erscheinung und Mimik/Gestik eine Rolle. Einfühlsam, aber zielorientiert soll die Detailhandelsfachfrau sein, auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen, die Einwände ernst nehmen und möglichst einen Zusatzverkauf tätigen. «Zufrieden war ich damit, dass ich auf alles eine Antwort parat hatte», schätzt Lara Monticolo ihr Abschneiden ein. «Bei der Preisbegründung hatte ich hingegen etwas Probleme. Und am Schluss hat die Zeit für die Verabschiedung nicht mehr gereicht. Die zehn Minuten sind wie im Flug vergangen.»

Schriftdeutsch ist gefragt

Für die Teilnahme am Ostschweizer Halbfinale im Juni hat es zwar nicht gereicht, dafür ist die angehende Papeteristin um eine Erfahrung reicher. In St. Gallen vertreten Gzime Beadini, Kim Binder, Fabio Fufaro, Müge Özer, Heiko Rahm, Lynn Schneider und Patricia Straub das Arboner Bildungszentrum. Für die Besten geht es danach weiter nach Salzburg zum internationalen Vergleich mit Österreich, Bayern und Südtirol. «Dann ist Schriftdeutsch gefragt», erläutert Peter Leutwiler, der heute in der Jury sitzt, «und zusätzlich wird es einen <Störfaktor> auf Englisch geben.»

Der Lehrer ist überzeugt, dass die Teilnehmer vom Wettbewerb profitieren. «Zum einen fliessen die Noten ins Zeugnis ein, zum anderen ist der Auftritt eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung.» Die Erfolgsaussichten seiner Prüflinge kann Leutwiler schwer einschätzen. Nur eines weiss er genau: «Quatschen können sie auf jeden Fall.»

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