SALMSACH: Polizei vermutet Tierquäler

An Karfreitag hat Schafhalter Richard Neururer in der Salmsacher Bucht eines seiner Lämmlein ohne Kopf gefunden. Jetzt geht die Polizei der Sache nach. Sie hat einen konkreten Verdacht.

Markus Schoch
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Richard Neururer füttert seine Schafe in der Salmsacher Bucht, wo er das Lamm ohne Kopf hinten beim Stall an Karfreitag gefunden hat. (Bild: Markus Schoch)

Richard Neururer füttert seine Schafe in der Salmsacher Bucht, wo er das Lamm ohne Kopf hinten beim Stall an Karfreitag gefunden hat. (Bild: Markus Schoch)

SALMSACH. Das kopflose Schaf beschäftigt die Bevölkerung. Richard Neururer kann kaum einen Schritt tun, ohne auf das tragische Ende eines seiner Lämmlein angesprochen zu werden. An Karfreitag fand der 86-Jährige den Kadaver des zwei Monate alten Tieres beim Stall.

Was sich in der Nacht zuvor in der Salmsacher Bucht zugetragen hat, bleibt vermutlich ewig ein Geheimnis. Ebenso wie der Verbleib des Kopfes.

Schwierige Spurensuche

Die Polizei hat zwar mittlerweile Ermittlungen aufgenommen. Aber die Spurensuche ist sehr schwierig. Denn nicht nur der Kopf des Tieres ist weg. Der Rumpf ist es auch. Jagdaufseher Max Hilzinger hat ihn noch an Karfreitag entsorgt, nachdem ihn Neururer angerufen hatte, damit er sich ein Bild von der Situation machen kann. Es hätten sich schon Vögel und Füchse am Lämmlein gütlich getan, so dass er es gleich mitgenommen habe, sagt Hilzinger. Viel zu sehen gegeben habe es nicht mehr, was Rückschlüsse auf die Ereignisse zugelassen hätte.

Zumal sich die Polizei zuerst für den Fall gar nicht interessiert habe, sagt Neururer. Als er sich an Karfreitag auf dem Posten gemeldet und die Sachlage geschildert habe, sei ihm gesagt worden, da könne man nichts mehr machen.

Polizei wehrt sich

Die Polizei schildert den Sachverhalt anders. Neururer habe tatsächlich an Karfreitag mit ihr Kontakt aufgenommen und angegeben, dass vermutlich ein Tier eines seiner Lämmer gerissen habe. «Hinweise oder der Verdacht auf eine Straftat wurden damals durch ihn nicht gemacht», stellt Mediensprecher Matthias Graf aber klar. Dass möglicherweise ein Mensch am Werk gewesen sei, habe die Polizei erst erfahren, als Neururer am 30. März bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt wegen Tierquälerei eingereicht habe.

In der Sache selber ist sich die Kantonspolizei mit ihm einig: Aufgrund der bisherigen Abklärungen geht sie gemäss Mediensprecher Graf davon aus, dass der Kopf des Tieres mit einem Messer abgetrennt worden ist. Und nicht von einem Raubtier.

Polizei gibt nicht auf

Neururer darf übrigens weiter hoffen, dass Licht ins Dunkel gebracht wird. «Die Chancen einer Aufklärung sind nach wie vor intakt, auch wenn eine Spurensicherung am Tier nicht mehr erfolgen konnte», sagt Graf. Die Kantonspolizei habe den Schafhalter und weitere Personen befragt – unter anderen auch Jagdaufseher Hilzinger. Zudem seien Fotos des kopflosen Tieres sichergestellt worden. Die strafrechtliche Bewertung des Falles sei Sache der Staatsanwaltschaft.

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