«Das mache ich nicht jeden Tag»

AMRISWIL. ISA Bodywear suchte Männer mit Mumm. Sechs durften bei einem professionellen Shooting die neue Unterwäsche-Mode der Firma vorführen. Den Hobby-Models gefiel das Abenteuer.

Daniela Ebinger
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Posiert wie ein Profi vor der Kamera: Thomas Sprenger wird von Fotograf Bodo Rüedi ins Visier genommen. (Bilder: Daniela Ebinger)

Posiert wie ein Profi vor der Kamera: Thomas Sprenger wird von Fotograf Bodo Rüedi ins Visier genommen. (Bilder: Daniela Ebinger)

Amriswil. Mit Helm, einer Motorsäge und schwarzer Panty-Unterhose posiert Franz Schneider aus Hefenhofen gelassen vor dem Fotografen. «Halte die Motorsäge noch ein bisschen höher, den Kopf mehr auf diese Seite, ein wenig nach vorne neigen und lächeln», instruierte der Fotograf den 46-Jährigen mit seiner gelassenen und ruhigen Art.

Schneider ist schon lange ein ISA-Fan und wurde durch das Inserat in der Thurgauer Zeitung auf das Casting aufmerksam. Seine Partnerin Barbara Onken übernahm für ihn das ganze Management. Sie machte die Bewerbungsfotos und kreierte den passenden Text dazu. Prompt erhielt der 46-Jährige das Aufgebot. Schneider rechnete nicht damit, dass er beim Casting weiterkommn würde. «Ich stehe das erste Mal im Rampenlicht und fühle mich eigentlich nicht als Unterhosenmodel», sagt der Instandhaltungsleiter und lächelt verlegen.

Behaarung spielt keine Rolle

Schon beim Casting habe Franz Schneider der Jury gesagt, dass er in dieser kurzen Zeit keinen Sixpack hinzaubern könne. Das will ISA-CEO Andreas Sallmann auch nicht. Mit seiner neuen Werbekampagne für den Frühling 2012 will er die Natürlichkeit der Männer herüberbringen.

Aus den vielen Anmeldungen bekamen zehn Männer eine Einladung für das Casting. Die Körperhaltung und lockeres Auftreten sowie gepflegte Zähne waren Kriterium. Auch sollten nicht zu extreme Sonnenabdrücke zu sehen sein. «Behaart oder glattrasiert spielt beim gepflegten Mann keine Rolle», meint Sallmann. Sechs Männer zwischen 17 und 46 Jahren schafften es schliesslich bis ans Shooting. Mit Utensilien aus ihrer Arbeitswelt ausgestattet, erschienen sie in der Zuschnitthalle der ISA-Bodywear.

Von Zimmermann bis Banker

Aus reiner Neugier meldete sich der Altnauer Thomas Sprenger an. Er empfand das Shooting als ebenso angenehm locker wie das Casting. Er sitzt mit seiner dunkelgrauen ISA-Panty vor der Visagistin. Diese gleicht bei allen Kandidaten Unebenheiten aus und deckt glänzende Partien ab. «Ich kenne das Schminken nur von meiner Samichlaus-Zeit», sagt der Bauleiter mit einem Schmunzeln und findet es in vielerlei Hinsicht «etwas komplett anderes».

Marco Sennhauser aus Amriswil ist von den vielen Utensilien der Visagistin fasziniert. «Das ist sicher der Traum jeder Frau», sagt der 17-Jährige in seinen blauen Boxershorts. Obwohl er zu Beginn ein wenig nervös war, findet er das Erlebnis spannend. «Das mache ich nicht jeden Tag, aber das Shooting ist mit allem Drumherum toll, und der Profifotograf zeigt gekonnt, wie man sich gut positioniert», so der Zimmermann-Lehrling weiter. Er freut sich und ist stolz, wenn er sich im nächsten Frühling auf einem Plakat sieht.

Zur Modelkarriere würde Jannis Regenscheit nach den Shooting-Erfahrungen nicht Nein sagen, aber anstreben will er sie nicht. «Es war ein gutes Gefühl, als alle an mir rumzupften, damit es rundherum stimmt», meint der Bankkaufmann aus Alterswilen. Er posiert mit weisser Panty, mit Krawatte und einer Finanzzeitung unter dem Arm.

Shooting mit Gelassenheit

Yannick Frei aus Walzenhausen ist gelernter Sanitärinstallateur. Er sitzt in pinkfarbener Panty gekonnt auf einem hingestellten Lavabo. Passt die Zange oder der Wasserhahn besser? Der junge Mann mit glattem Oberkörper und einer Bartvariation entscheidet sich für die Zange.

Obwohl er in seiner Freizeit öfters vor der Kamera steht, war für ihn dieses Shooting in Unterhosen sehr speziell. «Die Zuvorkommenheit von Andreas Sallmann, die Gelassenheit aller Beteiligten, und das alles ohne Hektik und Stress, haben mich sehr beeindruckt», sagt der Hobby-Dressman. Nach dem Shooting muss er gleich weiter nach Zürich ans Final Shooting für Rhomberg Schmuck. Frei war bis jetzt kein ISA-Bodywear-Träger, doch für ihn ist klar: «Ab jetzt trage ich bestimmt nur noch Unterwäsche dieser Marke.»

Letztes Finish: Fotograf Bodo Rüedi und Grafikerin Vanessa Willburger bereiten Model Yannik Frei vor.

Letztes Finish: Fotograf Bodo Rüedi und Grafikerin Vanessa Willburger bereiten Model Yannik Frei vor.