BISCHOFSZELL: Autofahren ist seine Passion

Der beste Fahrlehrer des Kantons Thurgau kommt aus der Rosenstadt und heisst Ruedi Widmer. Der 61-Jährige verdankt diesen Titel den positiven Bewertungen durch seine Fahrschüler.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Fahrlehrer Ruedi Widmer gratuliert seinem Schüler Ramon Büchler zur bestandenen Autofahrprüfung. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Fahrlehrer Ruedi Widmer gratuliert seinem Schüler Ramon Büchler zur bestandenen Autofahrprüfung. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Die letzten Anregungen und aufmunternde Worte, um die Nervosität zu nehmen – danach geht es zur Autofahrprüfung. Ruedi Widmer übergibt seinen Schüler dem Experten. «Ich bin zuversichtlich, Ramon wird es schaffen», sagt er mit einem Lächeln. Widmer ist seit 37 Jahren Fahrlehrer und findet immer noch, dass dies der schönste Beruf sei. Auto- und Motorradfahren seien seine grosse Leidenschaft und Lehrer sein die Erfüllung. Diese Passion bekommen auch seine Lernenden zu spüren. 50 seiner Fahrschülerinnen und Fahrschüler haben ihn letztes Jahr beurteilt. Nun steht fest: Ruedi Widmer aus Bischofszell wurde zum besten Fahrlehrer 2017 des Kantons Thurgau gewählt.
Ruedi Widmer, der in jungen Jahren eine kaufmännische Ausbildung absolvierte, freut sich über diese Auszeichnung: «Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meinen Schülerinnen und Schülern für die positiven Bewertungen.» Ausgebildet hat er seit Beginn seiner Fahrlehrertätigkeit rund 5000 Auto- und Motorradlenker. Sein immenser Erfahrungsschatz und sein breitgefächertes Wissen sind sein Kapital. Widmer ist auch Verkehrslehrer, Instruktor beim Schweizerischen Verkehrssicherheitsrat (VSR) und er bildet Fahrlehrerpraktikanten aus. Zudem bietet er Beratungen für Senioren an. Mit der Rehaklinik Zihlschlacht beurteilt er die Fahreignung von Patienten.

Empathie ist eine wichtige Voraussetzung

«Ich bin nicht nur ein leidenschaftlicher und pflichtbewusster Auto- und Motorradfahrer, ich schätze auch den Kontakt zu den Menschen aller Altersklassen», erzählt Widmer. Und was zeichnet einen guten Fahrlehrer aus? Er brauche viel Einfühlungsvermögen, denn jeder Lernende sei anders, sagt Widmer. Ausserdem müsse man die Freude am Fahren weitergeben und seine Schüler motivieren können. Autofahren gehöre heute schon fast ein bisschen zur Allgemeinbildung. «Wir leben aber in einer schnelllebigen Zeit. Vieles ist oberflächlicher geworden im Vergleich zu früher.» Theoriestunden beim Fahrlehrer gehören der Vergangenheit an. Stattdessen werde mit einer Auto-Theorie-App im Selbststudium geübt.
Der Fahrlehrer lerne seinen Schüler in der ersten Fahrstunde kennen, nachdem dieser die Theorieprüfung bereits bestanden hat, erklärt Widmer. Führten früher meist überhöhtes Tempo oder übermässiger Alkoholkonsum zu Unfällen, stellt heute die Benutzung des Smartphones ein grosses Unfallrisiko dar. Ablenkende Tätigkeiten seien heute die häufigste Unfallursache. Widmer ist überzeugt, dass auch eine Freisprechanlage im Auto ablenkt. Gefragt, wie viele Schüler die praktische Prüfung nicht auf Anhieb bestehen, antwortet der Fahrlehrer: «Landesweit besteht rund ein Drittel der Schüler diese nicht beim ersten Mal.»
Doch Ramon Büchler aus Bischofszell gehört nicht zu diesem Drittel: Glücklich steigt der 18-Jährige an diesem Vormittag beim Strassenverkehrsamt Amriswil aus dem Auto und erzählt seinem Fahrlehrer, dass er bestanden habe. «Wenn ich nochmals die Fahrschule besuchen müsste, dann sicher wieder bei Ruedi Widmer. Bei ihm waren die Lektionen sehr spannend», sagt der Neulenker zufrieden.

8000 Fahrschüler haben an der Wahl teilgenommen

Jedes Jahr wählen mehrere Tausend Fahrschüler die besten Fahrlehrer der Schweiz. 40 000 Fahrschüler des Jahres 2017 sind von der Autotheorie-App «iTheorie Premium» schweizweit eingeladen worden, ihre Fahrlehrer zu beurteilen – 8 000 von ihnen machten davon Gebrauch. Gemäss Auskunft von Christoph Moser von der Swift Management AG (Softwareentwickler), werden alle Fahrlehrer von den Fahrschülern quantitativ und qualitativ bewertet. Dazu zählen Punktevergaben in der Gesamtbeurteilung wie Unterrichts- und Servicequalität, soziale Fähigkeiten sowie eine schriftliche Gesamtbeurteilung. Ins Ranking wird auch eine Selbstevaluation der Fahrlehrer aufgenommen, welche die gemachten Weiterbildungen beinhaltet. Zudem können die Fahrlehrer die Belege des Strassenverkehrsamtes mit den offiziellen Erfolgsquoten einreichen. Eine überdurchschnittlich hohe Quote an bestandenen Prüfungen würde ebenfalls für die Bewertung herangezogen.
Sonja Willi von der Fahrschule Willi aus Sitterdorf wurde 2017 zur zweitbesten Fahrlehrerin des Kantons Thurgau gekürt und Nicole Fischer-Brunner von der Fahrschule Brunner aus Arbon zur drittbesten.

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