BISCHOFSZELL: Sie holt die Leute ins Boot

In der Volksschulgemeinde ist das Präsidium neu zu besetzen. Zu den drei Kandidierenden gehört Corinna Pasche-Strasser. Sie betont den hohen Stellenwert eines qualitativ hochwertigen Bildungswesens.

Georg Stelzner
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Corinna Pasche-Strasser (CVP), Kandidatin für das Bischofszeller Schulpräsidium. (Bild: Georg Stelzner)

Corinna Pasche-Strasser (CVP), Kandidatin für das Bischofszeller Schulpräsidium. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

«Die Aufgabenstellung würde mich reizen, insbesondere die Beschäftigung mit strategischen Fragen», sagt Corinna Pasche-Strasser zu ihrer Kandidatur für das Präsidium in der Volksschulgemeinde Bischofszell. Dazu entschlossen habe sie sich aufgrund einer Anfrage der CVP. «Es war aber kein Bauchentscheid, sondern das Ergebnis intensiver Abklärungen», erklärt die 42-Jährige. Sie habe sich mit vielen Leuten über die Anforderungen des Amtes unterhalten, unter anderem mit Felix Züst, dem derzeitigen Schulpräsidenten. Corinna Pasche-Strasser liegt ein hochwertiges Bildungswesen am Herzen. «Darauf beruht der Wohlstand der Schweiz», betont sie.

Im Gegensatz zu ihren beiden Mitbewerbern verfügt Corinna Pasche-Strasser über keine ­Erfahrung in der Schulbehörde. Nichtsdestotrotz traut sie sich das Amt der Schulpräsidentin zu. Sie verweist auf ihre Erfahrung im Bereich der Personalführung. Besondere Bedeutung haben für sie Authentizität, Partizipation und Konsens. Darauf würde sie ihre Amtsführung aufbauen. Als persönliche Stärken bezeichnet sie ihre Fähigkeit, Veränderungen zu erkennen und vorausschauend zu denken. Grosse Bedeutung misst sie der Kommunikation bei. «Ich finde es wichtig, mit allen Leuten, die von einer Sache betroffen sind, das Gespräch zu suchen.»

Die Grösse der Gemeinde hat auch Vorteile

Die Situation in der Volksschulgemeinde beurteilt Corinna Pasche-Strasser positiv: «Die Lehrpersonen sind engagiert, ein Riesenproblem erkenne ich nicht.» Dass die VSG Bischofszell ein relativ grosses Gebilde darstellt, ist nach Einschätzung von Corinna Pasche-Strasser insofern ein Vorteil, als es dadurch mehr Kompetenzträger gebe und ein Austausch eher möglich sei. Zudem könnten im Verwaltungsbereich Synergien genutzt werden.

Eine Herausforderung stellten die Schülertransporte dar. Da gelte es, mit betroffenen Eltern zu reden und befriedigende Lösungen zu finden. An die Stimm­berechtigten in den ehemaligen Primarschulgemeinden richtet die Kandidatin den Appell, die demokratischen Rechte wahrzunehmen. Niemand sei machtlos. Man müsse sich jedoch aufraffen und für die eigenen Standpunkte eintreten. Eine Pflicht der Schulbehörde sei es, gut zu kommunizieren und die Bevölkerung umfassend zu informieren. Corinna Pasche-Strasser begrüsst es, dass die Tätigkeit der Schulbehörde in Zukunft vor allem auf der strategischen Ebene stattfinden und sich eine Entlastung vom operativen Geschäft einstellen wird. «Ich finde das einen guten Weg, der in der Wirtschaft schon lange beschritten wird.»

Mit der Reduzierung der Schulbehörde von elf auf fünf Mitglieder ist sie ebenfalls einverstanden. In einem kleineren Gremium sei es leichter, Probleme zu lösen. Als Nachteil könnte sich allerdings die höhere Belastung der einzelnen Behördenmitglieder erweisen, räumt sie ein.

Lehrer brauchen gute Arbeitsbedingungen

Als grösste Herausforderung der nächsten Zeit erachtet Corinna Pasche-Strasser die Umsetzung des Lehrplans 21. Die Aufgabe der Schulbehörde werde es sein, für die Lehrpersonen die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie selber wäre bereit, die Funktion der Schulpräsidentin zwei bis drei Amtsdauern zu bekleiden. «In vier Jahren kann man nicht sehr viel erreichen», lautet ihre Begründung.