Blumen statt fette Wiese

Mit Fachleuten besichtigten einige Landwirte den Waldrand im Hudelmoos bei Muolen. Unter anderem ging es um die Einsaat von ökologisch wertvollen Wiesen. Ein Thema, das immer aktueller wird.

Drucken
Teilen
Bis es eindunkelte: Die Landwirte im Hudelmoos. (Bild: pd/Bernhard Keller)

Bis es eindunkelte: Die Landwirte im Hudelmoos. (Bild: pd/Bernhard Keller)

MUOLEN. Rund 30 Landwirte aus der Region machten sich diese Woche auf ins Naturschutzgebiet Hudelmoos zwischen Muolen und Amriswil. Eingeladen hatte die Natur- und Landschaftskommission der Gemeinde Muolen. Der Anlass wurde im Rahmen des Vernetzungsprojektes Muolen 2014–2021 organisiert. Nebst dem Fachwissen, das vermittelt wurde, stand auch der Austausch untereinander im Vordergrund.

Artenvielfalt erhöhen

Erich Frick als Vertreter des Landwirtschaftlichen Zentrums Flawil erläuterte den Anwesenden die optimale Vorgehensweise rund um die Einsaat von extensiven, also ökologisch wertvollen Wiesen. Dadurch könne zum Beispiel der Blumenbestand erhöht und damit die Artenvielfalt auf den Wiesen ausgebaut werden, heisst es in einer Mitteilung.

Waldränder optimieren

Im zweiten Teil orientierte Revierförster Benjamin Gautschi über die Umsetzung von Waldrandaufwertungen. Anhand von konkreten Beispielen im Hudelmoos veranschaulichte er den Teilnehmern, wie Waldränder optimiert werden können. «Etwa indem die Baumgruppen abgestuft werden», sagt Bernhard Keller, Präsident der Natur- und Landschaftskommission Muolen und Gemeindepräsident von Muolen, auf Anfrage.

Im Einklang mit der Natur

Beide an der Flurbegehung erläuterten Themenfelder brauchen in der praktischen Umsetzung Geduld und das Miteinander mit der Natur, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Landwirte erhalten zur Schaffung der Mehrwerte in der Natur Vernetzungsbeiträge. Diese würden den Aufwand der Bewirtschaftung und die Minderung der Ertragsvolumen im Vergleich zur herkömmlichen Bewirtschaftung abfedern.

Umstellung nicht risikofrei

Für den Wechsel von einer Fett- in eine Blumenwiese zahle der Bund 1650 Franken pro Hektar und Jahr. «Die Investition, die ein Landwirt tätigen muss, darf aber nicht unterschätzt werden», sagt Keller. «Für das Saatgut und die Arbeit ist mit 3000 bis 5000 Franken zu rechnen.» Ausserdem sei die Sache nicht ganz risikofrei. Die Umstellung dauere mehrere Jahre, und womöglich müsse erneut gesät werden.

Wegen der aktuellen Agrarpolitik und der tiefen Milchpreise, die für Furore sorgen, überlegen sich immer mehr Landwirte, die Prioritäten der Bewirtschaftung anders zu legen. Das Thema werde auch weiter intensiv beschäftigen. (ad)