Zwangsmassnahme gegen Pferdehändler

Der Thurgauer Pferdehändler Ulrich K. kommt weiterhin nicht auf freien Fuss. Ein Amtsarzt hat die Fürsorgerische Unterbringung K.s angeordnet. Derweil standen die Behörden heute vor der Herkulesaufgabe, alle Tiere vom Hof abzutransportieren.

Drucken
Teilen
Am Montag schritt die Polizei auf dem Hof von Ulrich K. in Hefenhofen ein. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Am Montag schritt die Polizei auf dem Hof von Ulrich K. in Hefenhofen ein. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Am Montagnachmittag griff die Thurgauer Kantonspolizei zu: Nachdem Bilder von vernachlässigten, teils toten Pferden aufgetaucht waren, nahm sie Pferdehändler Ulrich K. aus Hefenhofen in polizeilichen Gewahrsam. Zudem wurde ein Tierhalteverbot gegen den mutmasslichen Pferdequäler ausgesprochen. Am Dienstagnachmittag bestätigte die Kantonspolizei nun auf Anfrage von "Thurgauerzeitung online", dass Pferdehändler Ulrich K. am Dienstagnachmittag nicht entlassen worden ist. Im Rahmen des angeordneten Gewahrsams ordnete der Amtsarzt eine Fürsogerische Unterbringung K.s an. Dabei handelt es sich um eine Zwangsmassnahme.

K. wurde in einer geeigneten Einrichtung untergebracht, wie Andy Theler von der Kantonspolizei Thurgau sagt.

Bild: Manuel Nagel
22 Bilder
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel
Bild: Manuel Nagel

Bild: Manuel Nagel

Viele Tiere in schlechtem Zustand

Derweil standen die Behörden am Montag vor der Herkulesaufgabe, K.s Hof zu räumen. "Bis heute Abend werden sich keine Tiere mehr auf dem Hof befinden", sagte der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig am Dienstagnachmittag vor den Medien. Begonnen hatte der Abtransport um 7.30 Uhr. Unter anderem waren rund 90 Pferde, 80 Schweine, 50 Stuck Rindvieh, 25 Schafe, 4 oder 5 Lamas und zwei Hunde abzutransportieren. "Das ist eine aufwändige Geschichte, aber bis jetzt ist alles sehr gut verlaufen", sagte Witzig. Der Zustand vieler Tiere sei kein guter gewesen - allerdings auch nicht so schlecht, wie auf den Schockfotos, welche den Stein zum nun ausgesprochenen Tierhalteverbot ins Rollen gebracht hatten. "Wir haben kein akutes Tierleid gesehen." Bei zahlreichen Rindviechern sowie den meisten Schafen und Pferden seien die Klauen respektive Hufe in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Einige Tiere seien zudem verschmutzt oder abgemagert gewesen. Auch die meisten Schweine hätten gesundheitliche Probleme.



Ein Kalb war nicht transportfähig und musste eingeschläfert werden, so Witzig weiter. Ebenso zwei Hühner, die von Parasiten befallen waren. Beim Rindvieh müsse nun abgeklärt werden, welche Tiere aufgrund ihres Zustands verkauft werden können und welche geschlachtet werden müssen. Die Hunde seien in einem Tierheim untergebracht worden.

Die Pferde werden vorübergehend alle im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere der Armee im Kanton Bern untergebracht und begutachtet. Auf K.s Hof waren allerdings auch mehrere Pensionstiere von anderen Besitzern untergebracht. Die Besitzverhältnisse müssten in den nächsten Tagen abgeklärt werden, sagte Witzig. "Ich bin erleichtert, dass wir diesen Schritt endlich unternehmen konnten", sagte der Kantonstierarzt. (sba/man/jw)