Thurgau rüstet sich für den Katastrophenfall

FRAUENFELD. Der Thurgau betreibt sein kantonales Rechenzentrum künftig an zwei getrennten Standorten. Das erhöhe die Stabilität der Systeme im Katastrophenfall. Die Finanzierung dieser Sicherheitsmassnahme ist bereits geregelt.

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FRAUENFELD. Der Thurgau betreibt sein kantonales Rechenzentrum künftig an zwei getrennten Standorten. Das erhöhe die Stabilität der Systeme im Katastrophenfall. Die Finanzierung dieser Sicherheitsmassnahme ist bereits geregelt.

Vor den Auswirkungen von Naturkatastrophen wie etwa einem Hochwasser grösseren Ausmasses ist auch das Rechenzentrum der kantonalen Verwaltung in Weinfelden nicht vollkommen geschützt. Ein Hochwasser könnte – wie etwa auch Sabotage oder Feuer – das Herz der Informatik lahmlegen und dadurch sämtliche Computerbenutzer der Kantonsverwaltung auf einen Schlag dazu zwingen, ihre Arbeit niederzulegen.

Weitreichende Folgen

«Ein Ausfall des kantonalen Rechenzentrums hätte auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben», sagt Leo Kuster, Chef des kantonalen Amtes für Informatik. Beispielsweise wenn plötzlich keine Bewilligungen mehr erteilt, keine Sozialleistungen mehr ausbezahlt, keine Steuern mehr eingenommen oder keine Pässe mehr ausgestellt werden könnten. Mit der zunehmenden Bedeutung der Informatik und der damit verbundenen Abhängigkeit ist auch die Anforderung an die Stabilität der IT-Systeme gestiegen.

Künftig sollen die Systeme gleichzeitig an zwei geographisch voneinander getrennten Orten betrieben werden. Dadurch soll der Ausfall eines Standorts verkraftbar werden. Deshalb soll nun ein zweites kantonales Rechenzentrum in Betrieb genommen werden.

Zweites Rechenzentrum

Drei Millionen Franken sind für das zweite Rechenzentrum im Finanzplan bereitgestellt, bestätigt Andreas Keller, Generalsekretär des kantonalen Departementes für Inneres und Volkswirtschaft. Die Vorbereitung des Projekts ist aufwendig. Der Kanton werde für das zweite Rechenzentrum ab 2017 einen rund hundert Quadratmeter grossen Raum in Frauenfeld mieten, erklärt Kuster. Der Umzug der Geräte von Weinfelden nach Frauenfeld werde voraussichtlich an einem Wochenende Anfang 2017 vollzogen. (sme.)