Thurgau
Kraft- und Ausdauertraining ist auch im hohen Alter möglich: TerzStiftung zieht nach Projekt positive Bilanz

Im Rahmen des Projekts «Blib fit und mobil» der TerzStiftung haben 41 Teilnehmende drei Monate lang wöchentlich ein Training absolviert. Alle konnten ihre Fitness verbessern. Ziel des Projekts wäre es auch gewesen, den sozialen Aspekt zu fördern – dies mit weniger Erfolg.

Sabrina Manser
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Einmal pro Woche trainierte Physiotherapeutin Ruth Dolder mit den Teilnehmenden des Projekts «Blib fit und mobil».

Einmal pro Woche trainierte Physiotherapeutin Ruth Dolder mit den Teilnehmenden des Projekts «Blib fit und mobil».

Bild: Andrea Stalder

Das dreimonatige Projekt «Blib fit und mobil» der TerzStifung mit Sitz in Berlingen hat gezeigt, dass ältere Personen mit gezieltem Training durchaus ihre Muskelkraft verbessern können. Der Schlussbericht liegt seit kurzem vor.

René Künzli, Präsident der TerzStiftung

René Künzli, Präsident der TerzStiftung

Bild: Nana Do Carmo

Möglichst lange selbstbestimmt und eigenständig sein. Diesen Wunsch habe man, wenn man älter werde, so René Künzli, Präsident der TerzStiftung. Deshalb lancierte die Stiftung zusammen mit der Gesundheitsförderung Thurgau das Projekt «Blib fit und mobil».

Ziel war es, die Gesundheit und Mobilität von Personen über 65 durch die Verknüpfung von körperlicher Aktivität und sozialer Teilhabe zu fördern. Im Rahmen dieses Projektes wurde an den Standorten Stein am Rhein, Weinfelden, Tobel und Berlingen wöchentlich ein stündiges Training angeboten.

Kraft und Ausdauer haben sich verbessert

Mit allen 41 Teilnehmenden wurden ein Eingangs- sowie ein Schlusstest durchgeführt. Dieser hat laut Bericht gezeigt, dass sich die Kraft und Ausdauer bei einer spezifischen Übung sowie die Handkraft verbessert haben. «Durch das Training hat sich auch das allgemeine Wohlbefinden der Teilnehmenden spürbar verbessert», sagt Künzli.

«Im Projekt ist es darum gegangen, den Leuten zu zeigen, wie wenig es braucht, um mobil zu bleiben», sagt der Präsident. Für die Mobilität brauche es genügend Kraft in den Beinen, ein gutes Gleichgewicht sowie Ausdauer. Diese drei Dinge seien gezielt trainiert worden.

Training für Alltagsaktivitäten

Ruth Dolder, Physiotherapeutin

Ruth Dolder, Physiotherapeutin

Bild: Andrea Stalder

Durchgeführt hat die Kurse Physiotherapeutin Ruth Dolder. «Das Niveau der Teilnehmenden war am Anfang ganz unterschiedlich.» Alle hätten sich in diesen drei Monaten verbessert. «Blib fit und mobil» habe gezeigt, dass mit wenig Aufwand auch im hohen Alter Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht trainiert werden können. «Das Training ist wichtig für Alltagsaktivitäten wie bücken, Schuhe binden oder Treppensteigen.»

Der Unterschied zu anderen Angeboten wie Altersfitness sei, dass Dolder als Physiotherapeutin individuell auf Personen eingehen konnte. «Ich kannte die Krankheitsbilder der einzelnen Personen und konnte so die Übungen für sie anpassen.»

Beim Turnen wurden Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht trainiert.

Beim Turnen wurden Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht trainiert.

Bild: Andrea Stalder

Senioren unterstützen Senioren

Ein weiteres Ziel des Projekts der TerzStiftung wäre auch gewesen, den sozialen Aspekt zu fördern. «Es ging beim Training auch um das Zusammenkommen und dass sich die Leute schliesslich auch ausserhalb des Turnens treffen», sagt Dolder. Wegen des Coronavirus habe man diesen Teil jedoch kaum fördern können.

Langfristig hat man laut Künzli ausserdem beabsichtigt, dass sich aus der Gruppe Freiwillige melden, die nach Projektabschluss das Training weiterführen. Ruth Dolder hätte dann diese Gruppenleiter gecoacht. «‹Senioren unterstützen Senioren›, darum wäre es gegangen», sagt der Präsident der TerzStiftung. «Dieses Ziel haben wir noch nicht erreicht – vielleicht entwickelt sich das noch.»

Die Teilnehmenden seien sehr begeistert vom Training gewesen. Deshalb werde Ruth Dolder ausserhalb des Projekts und gegen eine Vergütung die Turnstunden weiterhin geben.