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Thurgau: Die Kandidatin der Andersdenkenden

Gabi Coray ist wieder im Wahlkampf: Die «politische Künstlerin» liebäugelt mit dem Ständerat.
Silvan Meile
Gabi Coray will für den Thurgau in den Ständerat. (Bild: PD)

Gabi Coray will für den Thurgau in den Ständerat. (Bild: PD)

Hätte Gabi Coray einen Wunsch frei, sie würde wollen, «dass mein Nachbar meine Wahl in den Ständerat erleben darf». Der Besitzer von Haus und Hof im Dorf Mauren bei Berg, wo sie wohnt, sei schwer krank. Auf ihn hält sie grosse Stücke, hofft auf Genesung. «Er hat mir immer zugehört.» Und das will etwas heissen. Gabi Coray hat viel zu erzählen von einem Leben mit Tiefschlägen. Verdingkind, sei sie gewesen, in einer Familie in Altstätten SG aufgewachsen. Heirat, Scheidung, Kinder weggenommen, Missbrauch.

Ohne Partei im Rücken

Jetzt verschafft sie sich mit ihrer Ständeratskandidatur einmal mehr Gehör im Thurgau. «Ohne Finanzspritzen oder Partei im Rücken», tritt sie zu den Wahlen vom 20. Oktober an. Sie bezeichne sich als unabhängig, stehe für alle Andersdenkenden und jene ein, die wie sie nichts von der etablierten Politik halten. Denn diese habe «die Bodenhaftung und den Draht zur Bevölkerung» längst verloren. Sie selber kämpfe gegen dieses «Aufschneidertum» an. Gabi Coray redet drauf los, schweift mal ab, stellt teilweise originelle Zusammenhänge her. Gemäss ihrer Website setzt sie sich auch ein «für Menschen, denen Willkür geschieht, die Beamten oder Behörden zum Opfer fallen». Als Protestkandidatin versteht sich die 54-Jährige aber überhaupt nicht. Ihr ist eins wichtig: «Ich will ernst genommen werden.»

Wahlkampferprobt, aber bisher erfolglos geblieben

Gabi Coray bezeichnet sich gerne als «politische Künstlerin» und Bäuerin. Sie machte im Thurgau schon mehrfach als Aussenseiter-Kandidatin auf sich aufmerksam, bevor sie jeweils scheiterte. 2006 wollte sie Stadtpräsidentin in Kreuzlingen werden, 2007 Ständerätin und 2008 Regierungsrätin. Letztmals kandidierte sie vor fünf Jahren für den Thurgauer Regierungsrat. 2011 meldete sie nach Bern, dass sie auch als Bundesrätin zur Verfügung stehe. Von der Bundeskanzlei habe sie aber dann keine Auskunft erhalten, wie viele Stimmen sie machte. Entmutigt ist sie durch ihre Wahlniederlagen nicht. Im Gegenteil. Diesmal reiche es vielleicht. Immerhin vermochte sie jeweils einige tausend Stimmen aus dem Kanton auf sich zu ziehen.

Auf ihre Vorbilder angesprochen, weiss Gabi Coray sofort eine Antwort. Sie denkt zuerst an Putin, dann kommt ihr aber der spanische König Felipe VI in den Sinn. Da sieht sie Parallelen zu sich selber. Denn auch sie habe adlige Vorfahren. «Statt auf einem Königshof wohne ich aber auf einem Bauernhof.»

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