Thermalwasser fliesst in neuen Rohren

Seit 1840 wird Thermalwasser aus der Taminaschlucht nach Bad Ragaz geleitet. Zum 175-Jahr-Jubiläum ist die 4,5 Kilometer lange Leitung erneuert worden. Gleichzeitig tritt das Museum im Alten Bad Pfäfers mit Mediathek und Audiowalk in ein neues Zeitalter.

Reto Neurauter
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Der modernisierte Zugang zur Quelle mit Touchscreen-Infotafel. (Bild: Reto Neurauter)

Der modernisierte Zugang zur Quelle mit Touchscreen-Infotafel. (Bild: Reto Neurauter)

PFÄFERS. Erst zum dritten Mal ist die Leitung, die Thermalwasser aus der Taminaschlucht nach Bad Ragaz liefert, erneuert worden. Vereinzelt wurden beim Neubau noch Holzteuchelleitungen von 1840 gefunden. Die Leitung der 1960er-Jahre, der zweiten Erneuerung, bleibt bestehen. Sie dient nun als Ummantelung einer Notleitung, die parallel zur neuen Hauptversorgungsleitung erstellt wurde.

4,8 Millionen Franken

Die Baukosten von 4,8 Millionen Franken verteilen sich auf das Grand Resort Bad Ragaz und den Kanton St. Gallen. «Wir sind froh, dass die neue Leitung für das <blaue Gold> am 31. März erfolgreich und pünktlich zum Jubiläumsjahr <Bad Ragaz feiert 175 Jahre Thermalwasser> abgeschlossen werden konnte», sagte gestern anlässlich der Präsentation der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Grad Resorts Bad Ragaz AG, Peter P. Tschirky, im Alten Bad Pfäfers.

Zudem werden jährlich etwa 500 000 Franken für den Unterhalt des Schluchtzugangs aufgewendet. Die Hälfte zahlt der Kanton, 30 Prozent die Grand Resorts und je 10 Prozent die Gemeinden Bad Ragaz und Pfäfers. 750 000 Franken berappen die Grand Resorts zudem jährlich für die Thermalwassernutzung.

«Logistische Meisterleistung»

«Die Erneuerung dieser Leitung ist von enormer Bedeutung», sagte Reto Denoth, der stellvertretende Leiter Sektion Wasserkraft im Amt für Umwelt und Energie. «Die Grand Resorts und die Klinik Valens sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und verdanken ihren hervorragenden Ruf auch dem Thermalwasser.»

Und für Björn Caviezel, den CEO von Heidiland Tourismus, ist diese Sanierung «die Basis für die weitere Entwicklung von Bad Ragaz und der Startschuss für die weitere touristische Entwicklung des Kurorts, der ja einst ein Bauerndorf war». Das nun alles rechtzeitig zum Jubiläum fertiggestellt ist, «ist einer logistischen Meisterleistung und grossem Einsatz aller Beteiligten zu verdanken», betonte Reto Schwengeler, der Leiter Infrastruktur und Sicherheit des Grand Resorts. Das Wetter habe mitgespielt. Der Ersatz der Leitung nach Valens konnte zeitlich unabhängig von der Schluchtleitung erfolgen. Zudem ist das Reservoir «Süggatöbeli» nun vollständig als Chromstahltank in den Fels gebaut.

Interaktives Museum

Auch für die jährlich rund 100 000 Besucher im Alten Bad Pfäfers gibt es Neuerungen: Das Museum ist neu gestaltet. Es hat neu eine Mediathek, und man kann den barocken Bau mit einem atmosphärischen Audiowalk erkunden. Die Mediathek ist das neue Herzstück – ein interaktiv nutzbarer Raum mit Fotografien, Videobeiträgen und Zitaten zu den wichtigsten Ereignissen in der Geschichte des Bad Pfäfers. Historische Postkarten, Lithographien und Bücher, Schriften berühmter Badegäste und aktuelle Bücher zu Bad Pfäfers, Bad Ragaz sowie zum Kurbad und medizinischen Themen runden das Bild ab.