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THEATER ST.GALLEN: So reagiert die SVP auf die verlorene Theater-Abstimmung

Die St.Galler SVP betont nach der verlorenen Theaterabstimmung ihren Alleingang und bleibt skeptisch - punkto Bauvorlage und Stadt-Land-Ausgleich.
Marcel Elsener
Zuschauerraum des Theaters St. Gallen: Die Sanierung bringe keinen «Wow-Effekt», bedauert die SVP. (Bild: Ralph Ribi)

Zuschauerraum des Theaters St. Gallen: Die Sanierung bringe keinen «Wow-Effekt», bedauert die SVP. (Bild: Ralph Ribi)

Marcel Elsener

marcel.elsener@tagblatt.ch

Das Communiqué nach der verlorenen Abstimmungsschlacht am Sonntag war dürr. Immerhin betonte die kantonale SVP noch einmal, dass dank ihr «überhaupt über den Kredit zum Theater St.Gallen abgestimmt werden konnte». Und dass mit 38 Prozent Nein-Stimmen der eigene Wähleranteil (von 30 bis 35 Prozent) «klar» übertroffen worden sei. Man werde nun das Sanierungsprojekt «genau verfolgen» und erwarte, dass der südliche Kantonsteil verstärkt berücksichtigt und «nicht alle Projekte in der Stadt finanziert» würden.

Ansonsten: Schweigen, kaum ein SVP-Vertreter vernehmbar. Kleinmut nach der lauten Kampagne, gar Krisenstimmung aufgrund der mehrfachen Abstimmungsniederlage sowie der «schweren Enttäuschung» in der kantonsrätlichen Steuerdebatte? SVP-Präsident Walter Gartmann, am Sonntag wegen einer Blasmusikprobe schlecht zu erreichen, will davon nichts wissen. Angesichts der Konstellation «Wir gegen alle andern» habe man ein «anständiges Resultat» erreicht und dürfe gar stolz sein. «Wir haben gerade mal 3000 Franken ausgegeben, wogegen auf der andern Seite die ganze Maschinerie von Regierung, Theater, Parteien und Kultur stand», sagt Gartmann. Es bleibe Aufgabe der SVP, die Regierung aufzuscheuchen und der «Spirale» entgegenzuwirken, dass «zu viele am Staatstropf hängen». Ob der Baukredit mit Blick aufs umstrittene Provisorium und wünschbare Verbesserungen wie der Bestuhlung ausreiche, dürfe bezweifelt werden. Als Melser betont Gartmann weiterhin die Benachteiligung der ländlichen Regionen. Ob die Aussiedlung von Raubtieren oder die neue Energiestrategie, «alles geht aufs Land», meint er: «Statt bei uns sollen sie mal Windräder in der Umgebung der Stadt oder am Bodensee aufstellen, das wäre echter Ausgleich.»

Zwingender Volksentscheid über «unseriöse» Vorlage

Den Stadt-Land-Graben möchte Fraktionschef Michael Götte als erklärter «Brückenbauer» allerdings nicht bemühen. Er sei persönlich froh, dass das Toggenburg und See-Gaster in der Summe zustimmen und kantonsweit nur eine Handvoll Gemeinden Nein sagten: «Eine ablehnende Mehrheit von Landgemeinden wäre das grössere Problem als dieses Resultat, das mehr als in Ordnung ist.» Von einer parteiinternen «Zerreissprobe» könne keine Rede sein, bestätigt Götte. Die Abstimmung im Kantonsrat mit vielen Enthaltungen in der SVP sowie die Präsenz von zwei Kantonsräten im Ja-Komitee änderten nichts «an unserem grossen Anliegen, dass das Volk entscheiden können muss».

Der Stadtsanktgaller SVP-Kantonsrat Karl Güntzel forderte bereits im Parlament einen «zwingenden Volksentscheid». Der sei ermöglicht worden und nun «deutlicher ausgefallen als erwartet». Trotzdem bleibe es für ihn eine «schlechte, nicht nachhaltige Bauvorlage», sagt Güntzel. «Eher früher als später» müsse der Betonbau erneut saniert werden und dürften Extras wie eine Drehbühne wieder aufs Tapet kommen. Dass ein «seriöser Variantenvergleich verweigert» wurde und er «bis heute nicht weiss, ob ein Neubau nun 80 oder 150 Millionen kosten würde», störe ihn weiterhin. Für diese Abklärung hätte man gut ein Jahr Verzögerung verkraften können.

Statt ins Theater auf zum eigenen «rechten Fest»

Zum Theaterentscheid nichts zu hören ist von der JSVP, die sich lediglich zum No-Billag-Resultat äusserte. Dabei hatte die Jungpartei zusammen mit den Jungfreisinnigen die Subventionen für das Haus grundsätzlich in Frage gestellt. In einem Video posierten drei schneidige Jung-SVPler vor dem Theater St.Gallen, um angesichts von Bauchef Marc Mächler auf der Facebook-Seite des Kantons vom «staatlich diktierten Freizeitprogramm» schnell davonzurennen – mit Ziel Ebnat-Kappel. Weniger Abstimmungsvideo als vielmehr Werbung für «E rechts Fescht»: Unter diesem Titel veranstalten JSVP und SVP Toggenburg am 10. März im Palais Extra eine Party mit DJ Black Sheep – alias Toni Brunner, der dann wieder die Musik angibt.

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