Theater jetzt, aber subito

ResTZucker: Der Vergleich von Theater und Politik ist abgegriffen. Spannend wird es aber, wenn Politiker im Theater auftreten.

David Angst
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Das Aadorfer «Theater jetzt» feiert sein 25-jähriges Bestehen. Ein Grund zum Googeln. Wenn man zum Beispiel in der Schweizerischen Mediendatenbank «Theater jetzt» eingibt, so stösst man auf einen Artikel mit dem Titel: «Beim Brexit hat Boris Johnson jetzt alle Trümpfe in der Hand». Und wird damit auf ein Gleis gelenkt, auf das man eigentlich nicht wollte. Denn der Vergleich von Politik und Theater ist nun wirklich völlig abgegriffen.

Eher aussergewöhnlich ist aber, dass Politiker im Theater auftreten. So wie im Theaterhaus Thurgau, wo vorgestern zwei Nachwuchstalente in «Ergötzliches» ihren Einstand gaben. Der eine ist zwar schon 63 Jahre alt, heisst Kurt Egger und ist seit Sonntag Nationalrat der Grünen. Der andere ist der neue SVP-Nationalrat Manuel Strupler, wie gemacht für grosse Rollen.

Ein Alt Bundesrat, der gelegentlich als Schauspieler auftritt, ist Moritz Leuenberger. Erst nach 38 Jahren in der Politik merkte er, dass er eigentlich zur Schauspielerei mehr Talent gehabt hätte. Was der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger und sein Vize Ernst Zülle genau von Leuenberger abschauen wollten, ist noch nicht bekannt. Als jener diese Woche in der Volkshochschule Kreuzlingen referierte, sassen sie im Publikum. Vom schauspielerischen Talent her können die beiden Moritz Leuenberger das Wasser kaum reichen.

Das ist aber weiter nicht schlimm. Die Stücke, die das Kreuzlinger Politiktheater in jüngster Zeit aufführt, sind so unterhaltsam, als hätte Shakespeare persönlich sie geschrieben. Das ist auch mit Laienschauspielern noch grossartiges Theater.