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Testlauf für den Gotthard auf der Linie des Voralpen-Express

Die Südostbahn und der Thurgauer Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler haben in Erlen den neuen Zug «Traverso» präsentiert. Er soll ab Ende 2019 auf der Strecke St. Gallen–Luzern fahren. Und das ist erst der Anfang.
Christoph Zweili
Der neue Voralpen-Express wird mit Feuerwerk eingeweiht. (Bild: Ralph Ribi)
Der neue Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
Der neue Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler (Zweiter von rechts) mit Moderator Rainer Maria Salzgeber (rechts) beim Roll-out des neuen Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
Peter Spuhler präsentiert das Innere des neuen Zugs. (Bild: Ralph Ribi)
Innenansicht des neuen Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
Peter Spuhler präsentiert das Innere des neuen Zugs. (Bild: Ralph Ribi)
Der neue Voralpen-Express beim Roll-out. (Bild: Ralph Ribi)
So sieht der neue Voralpen-Express von innen aus. (Bild: Ralph Ribi)
Der neue Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
Der neue Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
So sieht der neue Voralpen-Express von innen aus. (Bild: Ralph Ribi)
Der neue Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
Peter Spuhler im neuen Voralpen-Express. (Bild: Ralph Ribi)
So sieht der neue Voralpen-Express von innen aus. (Bild: Ralph Ribi)
So sieht der neue Voralpen-Express von innen aus. (Bild: Ralph Ribi)
Der Führerstand des neuen Zugs. (Bild: Ralph Ribi)
17 Bilder

Roll-out des neuen Voralpen-Express

Er heisst «Traverso» und wird quer durch die Schweiz fahren: Von Basel und Zürich über den Gotthard und von Chur über Zürich nach Bern. Dahinter steht eine wirtschaftliche Notwendigkeit: Die Südostbahn muss über die Ostschweiz hinaus wachsen, wenn sie längerfristig überleben will. Das Spiel mit dem italienischen Namen ist daher einerseits der Blick voraus auf die Inbetriebnahme der Strecken zu den Fahrplanwechseln 2020 und 2021. Es ist aber auch ein Hinweis auf ein Bahnunternehmen, das sich vom Regionalverkehr auf einem 123 Kilometer langen Streckennetz lösen und zu einem Fernverkehrsunternehmen mausern will, und das dafür mit den Bundesbahnen zusammenarbeitet.

Und es ist ein Fingerzeig auf eine Bahn, die ihre Rolle als kreative Innovatorin und Querdenkerin wahrnimmt. Diese Strategie von Thomas Küchler, Vorsitzender der SOB-Geschäftsleitung, scheint aufzugehen: Nach den Sommerferien erwartet er grünes Licht von den SBB für die Strecke von Chur nach Bern. Am Gotthard sind sich die beiden Bahnunternehmen bereits einig.

Die Probefahrt für den Gotthard wird allerdings auf der bei Pendlern und Touristen gleichermassen beliebten Linie des Voralpen-Express stattfinden, der stündlichen Verbindung zwischen St. Gallen und Luzern. Man glaubt es kaum: Nirgends gibt es mit 50 Promille steilere Passagen als zwischen Pfäffikon (SZ) und Biberbrugg sowie zwischen Arth-Goldau und Rothenthurm: Sie sind fast zweimal so steil wie die Strecke am Gotthard – und damit ein Hindernis für den Fernverkehr. Der neue «Traverso» – bei der vierteiligen Komposition mit vier angetriebenen Achsen, bei der achtteiligen mit acht – wird die Steigung wohl meistern. Mit 1,1 Metern pro Sekunde Beschleunigung kann der Zug auch kleinere Verspätungen ausgleichen, um den Fahrplan einzuhalten.

Der Ersatz der gesamten Voralpen-Express-Flotte beschäftigt Küchler seit neun Jahren, also seit er bei der SOB ist. Die Ostschweizer Kantone, die mit ihren Abgeltungen den Zug bestellen, hätten den Zug, der seit 1992 unter dem Namen «Voralpen-Express» fährt, bereits aufgeben wollen, rief er am Mittwoch im Stadler-Inbetriebsetzungszentrum in Erlen in Erinnerung. «Wir haben zuerst aufzeigen müssen, dass es sich lohnt, in dieses Markenprodukt zu investieren.» Der Voralpen-Express trägt über 50 Prozent an den jährlichen Umsatz des in der Ost- und der Zentralschweiz verankerten Unternehmens mit über 560 Mitarbeitenden und über 13,5 Millionen beförderten Passagieren (2017) bei. Die gestern mit Prunk, Pomp und vielen prominenten Gästen aus Wirtschaft und Politik begangene Präsentation des neuen «Traverso», der sogenannte Roll-out, markierte also weit mehr als die Inbetriebnahme eines, wenn auch bekannten Markenzugs. Küchler spricht von einem neuen Meilenstein der Mobilität auf Schienen».

1500 Vorgaben zu erfüllen

1500 «Flirts» hat der Thurgauer Schienenfahrzeug-Hersteller bisher in 17 Länder ausgeliefert. Für die elf elektrischen Niederflurtriebzüge, die ab dem Fahrplanwechsel 2019/2020 die zum Teil fast 40 Jahre alten SOB-Kompositionen ablösen werden, musste sich Stadler einiges einfallen lassen. Die internationale Ausschreibung 2013 umfasste 1500 Vorgaben, die zu erfüllen waren. Weitere 100 Änderungen von Verbänden von Menschen mit einer Beeinträchtigung kamen dazu. «Diesen Spagat zwischen Innovation und Finanzierung haben wir gut gemeistert», sagt SOB-Verwaltungsrat Hans Altherr.

Dank der SOB wird aus dem Flirt-Regionalzug nun ein Flirt, der als Intercity auf Fernverkehrsstrecken eingesetzt wird. Nach dem Roll-out beginnen nun die gesetzlich vorgeschriebenen Typentests. Im zweiten Quartal 2019 soll die Fahrzeugzulassung vorliegen. Ab diesem Zeitpunkt sollen die ersten Testfahrten mit Publikum stattfinden. Am 15. Dezember 2019 soll der «Traverso» dann die gesamte Voralpen-Expressflotte ablösen.

Für die unter der Fernverkehrskonzession der SBB betriebene Linie Zürich/Basel–Gotthard-Bergstrecke–Locarno ab Ende 2020 hat die SOB bei Stadler eine Option auf weitere elf Triebzüge angekündigt. «Dieser Auftrag kommt bestimmt», sagte Küchler gestern an die Adresse von Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler.

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