Taxifahrer: Urteil bestätigt

Das Kantonsgericht St. Gallen hat das erstinstanzliche Urteil für einen Taxifahrer grossmehrheitlich bestätigt. Nur das Strafmass wurde von 39 auf 37 Monate Freiheitsentzug leicht reduziert.

Claudia Schmid
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ST. GALLEN. Der türkische Staatsbürger hatte Einsprache erhoben, nachdem ihn das Kreisgericht Rorschach im vergangenen Mai der Vergewaltigung, der sexuellen Belästigung, des mehrfachen Fahrens trotz Führerausweisentzugs, der Übertretung der Chauffeurverordnung und der Verkehrsregelverletzung schuldig sprach. Vergangene Woche versuchte sich der 34-Jährige am Kantonsgericht St. Gallen vom Vorwurf der Vergewaltigung und der sexuellen Belästigung zu entlasten.

Schuldsprüche geschützt

Das Kantonsgericht St. Gallen hat nun seinen Entscheid veröffentlicht. Es bestätigte die Schuldsprüche der Vorinstanz und verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 37 Monaten und einer Busse von 2500 Franken. Damit reduzierte es das Strafmass um zwei Monate. Der Taxifahrer erhält ein Berufsverbot von fünf Jahren. Dem Vergewaltigungsopfer muss er eine Genugtuung von 15 000 Franken bezahlen. Ausserdem gehen die Verfahrenskosten zu Lasten des 34-Jährigen. Der Betrag beläuft sich auf knapp 40 000 Franken.

Vorwürfe bestritten

Dem Mann wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, er habe an der Olma 2010 eine angetrunkene Frau in seinem Taxi sexuell belästigt und einen anderen weiblichen Fahrgast im Februar 2011 in Rorschach vergewaltigt. Der Beschuldigte bestritt die Straftaten vehement. Die Frau, die ihn der sexuellen Belästigung bezichtige, verwechsle ihn wohl. Er habe sie bei der Einvernahme zum ersten Mal gesehen. Mit der Frau, die er von St. Gallen nach Rorschach gefahren habe, sei es zum einvernehmlichen Sex gekommen, hatte der verheiratete Vater von zwei Kindern erklärt. Sie habe es gewollt, weil sie ohne Geld unterwegs gewesen sei. Schliesslich sei es zum Streit gekommen. Die Frau habe nach seinem Portemonnaie mit den Tageseinnahmen gegriffen. Da habe er die wütende Frau auf der Strasse stehen lassen und sei weggefahren.

Die Privatklägerin schilderte die Ereignisse vom Februar 2011 ganz anders. Kurz nachdem sie ins Taxi eingestiegen sei, sei sie eingeschlafen, weil sie nach dem langen Ausgang und dem Alkoholkonsum sehr müde gewesen sei. Irgendwann habe sie gemerkt, dass er sie anfasse. Sie habe ihm gesagt, er solle damit aufhören und sofort anhalten. Schliesslich sei es zur Vergewaltigung gekommen. Der Beschuldigte habe sie wie ein Tier behandelt.

Widerruf getrennt behandeln

«Von besonderer Bedeutung für das Gericht war der persönliche Eindruck von Beschuldigtem und Privatklägerin anlässlich der Befragung an der Berufungsverhandlung», schreibt das Kantonsgericht zu seinem Entscheid. Eigentlich habe es auch das Strafmass des Kreisgerichts Rorschach bestätigt. Es sei nur zwei Monate tiefer ausgefallen, weil auch der Widerruf von zwei bedingt ausgesprochenen Vorstrafen darin enthalten gewesen sei. Nach der konstanten Rechtsprechung müssten Widerruf und neue Strafe getrennt ausgesprochen werden.

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