«Tausende sind zu uns an die Sonne geströmt» – Ostschweizer Skigebiete mit Rekordzahlen über den Jahreswechsel

Traumwetter in den Bergen hat den Ostschweizer Skigebieten über den Jahreswechsel zu Rekordbesucherzahlen verholfen. Von Amden bis Malbun sind die Betreiber erfreut über den Besucherandrang.

Eva Wenaweser/Christa Kamm-Sager
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Viele Suchten über den Jahreswechsel die Sonne: Ostschweizer Skigebiete wurden überrant.

Viele Suchten über den Jahreswechsel die Sonne: Ostschweizer Skigebiete wurden überrant.

(Bild: Benjamin Manser)

Im familiären Skigebiet Amden hoch über dem Walensee war der 2. Januar der absolut stärkste Tag über die Festtage. «Wir hatten seit dem 26. Dezember supergoldene Tage hier in der Höhe, aber der 2. Januar hat alles übertroffen, was die Besucherzahlen anbelangt», so Vreni Rüdisüli von den Sportbahnen Amden.

«So etwas haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Tausende sind zu uns an die Sonne geströmt.»

Der Verkehr auf der Strasse zur Sonnenterrasse hinauf über dem Walensee sei denn am 2. Januar auch an seine Grenzen gestossen. «Die Strasse nach Arvenbühl musste teilweise gesperrt werden, weil die Parkplätze belegt waren.» Aber die Zufahrt mit dem Bus bleibe trotzdem immer gewährleistet.

Besucherzahlen kann Rüdisüli keine nennen. «Zu uns kommen nicht nur Skifahrer, sondern auch viele sonnenhungrige Familien, Schlittler und Winterwanderer, diese werden nirgends registriert.» Der 2. Januar sei traditionell immer ein guter Tag, und wenn das Wetter dann noch perfekt mitspiele – unten grau und oben blau – dann sei ein Besucheransturm gewiss. An Schnee mangle es in der Höhe von 1700 Meter nicht. Dort sei die Schneedecke etwa 1,20 Meter dick. Im Dorf unten sei es allerdings wieder ziemlich grün, da Amden auf einer Sonnenterrasse liege.

Grossandrang über den Jahreswechsel in Wildhaus

Sehr zufrieden mit den Besucherzahlen in den vergangenen Tagen ist auch Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus AG. Die Weihnachtstage seien noch schwach gestartet, dafür habe über den Jahreswechsel Grossandrang geherrscht. Der 30. Dezember und der 2. Januar seien die umsatzstärksten Tage gewesen; am 2. Januar hätten sie 3500 Gäste gezählt. «Wir brauchen diese starken Tage, denn wir haben auch sehr viele teure 0er-Tage, an denen wenig bis nichts laufe», so Gantenbein.

Urs Gantenbein

Urs Gantenbein

Urs Bucher

An diesen Grossandrang-Tagen nehme man gern auch ein bisschen strenge Zeiten für das Personal in Kauf. Es habe alles gut geklappt, einzig die Leute, die etwas später angekommen seien, hätten etwas weiter weg parkieren müssen und am Ende des Tages sei es zu etwas Wartezeiten vor der Talabfahrt gekommen, da die Piste ins Tal wegen zu wenig Schnee nicht offen sei. Aber um 17.15 Uhr seien auch die letzten Gäste wieder im Tal gewesen.

Es sei nicht so, dass viele Leute auf der Piste zwingend auch mehr Unfälle bedeuten würden.

«Die Leute fahren eher vorsichtiger, wenn die Pisten voll sind.»

Trotzdem habe die Rega am 2. Januar einen Einsatz leisten müssen. Ansonsten sei es nur zu kleineren Unfälle gekommen. Die Schneeverhältnisse seien gut, einzig die Talabfahrt sei nicht offen. «Ohne Beschneiungsanlagen würde es allerdings nicht gehen», so Gantenbein. Am 28. Dezember habe es zum letzten Mal geschneit, «jetzt hoffen wir auf Neuschnee in den nächsten Tagen.»

Kunstschnee vorproduziert in Heiden

Johannes Solenthaler

Johannes Solenthaler

Auch in Betrieb in diesen Tagen ist der Kinderskilift Bischofsberg in Heiden. «Wir konnten im Dezember Schnee produzieren, den wir unter einer Gletscherschutzfolie abgedeckt hielten», so Johannes Solenthaler, Betriebsleiter des Kinderskilifts. Später habe es die Inversionslage nicht mehr zugelassen, Kunstschnee herzustellen. Dieser Schnee habe bis jetzt ausgereicht, obwohl es in Heiden sonst grün sei. «Wir waren bis jetzt zufrieden, mit dem, was möglich war.» Am meisten Besucher seien am 1. Januar gekommen. Der Lift sei jedes Jahr an mindestens 50 Betriebstagen offen, das Ziel seien drei Monate Betriebsdauer. «Das Wetter war einfach nur traumhaft schön in den letzten Tagen», freut sich Solenthaler.

Malbun verzeichnet rekordverdächtig hohe Besucherzahlen

Im Liechtensteiner Skigebiet Malbun gab es laut Benjamin Eberle, dem Technischen Leiter der Bergbahnen Malbun, rekordverdächtig hohe Besucherzahlen über die Festtage. Bis auf eine Piste sei das Gebiet komplett geöffnet und – soweit er informiert sei – auch alle Hotels ausgebucht. «Gegenüber dem Vorjahr haben wir sieben Prozent mehr Umsatz gemacht», sagt Eberle. Obwohl das Skigebiet letztes Jahr bereits früher geöffnet hatte, seien die Beförderungszahlen fast identisch mit denen von diesem Jahr.

«Doch obwohl wir momentan super Wetterverhältnisse haben, könnten wir – wie wahrscheinlich die meisten – mehr Schnee vertragen.»

Laut Eberle sind sie aber rundum zufrieden mit dem bisherigen Betrieb und ihr ganzes Personal ist zurzeit im Einsatz.

Trotz den hohen Besucherzahlen sei es zu überraschend wenig Unfällen gekommen und auch sonst seien keine besonderen Vorfälle zu vermelden. Mit dem Verkehr und der Parkplatzregelung haben die Bergbahnen laut Eberle an sich nichts zu tun. «Das regelt der Verkehrsdienst für uns. Bei so einem Andrang stehen ab Steg stets Shuttledienste zur Verfügung, da im Malbun selbst die ganzen Parkplatze belegt sind.» Wer eine Saisonkarte besitze, könne zudem mit der Linie 21 von Vaduz nach Malbun kostenlos fahren.

Eine sehr gute Festtagsbilanz für den Flumserberg

Wie Katja Wildhaber, Leiterin für Marketing der Bergbahnen Flumserberg AG, auf Anfrage mitteilt, haben auch sie eine sehr gute Festtagsbilanz. Am 29. Dezember, 30. Dezember und 2. Januar verzeichnete der Flumserberg mehr als 13'000 Gäste. «Die sonnigen und relativ milden Verhältnisse lockten auch viele Besucher auf die Sonnenterrassen, was unserer Gastronomie-Abteilung zu hervorragenden Umsätzen verhalf», sagt Wildhaber. Grundsätzlich seien wie immer sehr viele Gäste mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Trotzdem seien die verfügbaren Parkplätze an allen Tagen bis jeweils mittags voll besetzt gewesen. «Für die übrigen Gäste offerieren wir jeweils einen kostenlosen Shuttle-Bus ab den zusätzlichen Parkplätzen in Flums Dorf.»

Bis jetzt ziehe man am Flumserberg eine äusserst positive Festtagsbilanz. Auch, weil – bis auf eine kleine Ausnahme – alle 16 Anlagen ohne nennenswerte Störungen funktioniert haben. In Relation zu den vielen Schneesportlern waren laut Wildhaber zudem nicht übermässig viele Unfälle vom Personal zu betreuen.

«Sehr, sehr zufrieden» im Pizol

Im Skigebiet Pizol war am 2. Januar jeder Parkplatz besetzt; 6500 Gäste vergnügten sich dort auf der Piste. «Das ist ein absoluter Spitzentag», sagt Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Pizolbahnen. Nur etwa 5 von den 127 Tagen in der Skisaison seien derart stark. In den letzten sieben Tagen habe man aufholen können, was Anfangs Dezember wegen viel Wind nicht möglich war. «Dank der gut frequentierten Festtage ist unser Umsatz jetzt sechs Prozent im Plus im Vergleich zum Dezember 2018», so Nussbaumer. An solchen Spitzentagen stosse man aber natürlich auch an Kapazitätsgrenzen. Vor alle die Gastronomie und auch die Mitarbeiter seien stark gefordert.

«Zum Glück haben unsere Gäste viel Verständnis und Geduld, wenn sie einmal etwas warten müssen.»

In einigen Skigebieten hätten Gäste keine Parkplätze mehr gefunden und seien dann zum Pizol ausgewichen. «Wir hatten genug Parkplätze, wenn auch am Schluss alle belegt waren.» Sie seien sehr, sehr zufrieden mit diesen letzten Tagen.

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