«Täter hat besonders skrupellos gehandelt»: 14 Jahre Gefängnis für Mord an «Drehörgelimann» aus Lichtensteig

Im Mai 2016 hat ein Niederländer einen 62-jährigen Mann aus Lichtensteig erstochen. Jetzt ist das Urteil da: Der Mann muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Er wurde des Mordes und Diebstahls für schuldig erklärt.

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In diesem Haus in Lichtensteig wurde der 62-Jährige tot aufgefunden.

In diesem Haus in Lichtensteig wurde der 62-Jährige tot aufgefunden.

Bild: BRK News

(chs/jan) Der bekannte Drehorgelsammler aus dem Toggenburg war in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 2016 in seiner Wohnung erstochen worden. Tatverdächtiger war ein damals 43-jähriger Mann, Täter und Opfer haben sich über eine Internetplattform kennengelernt. Wie es im Urteil des Kreisgerichts Toggenburg heisst, wurde der niederländische Staatsbürger zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt. Zudem muss er eine Geldstrafe zahlen. Der Verdächtige ist des Mordes und Diebstahls schuldig gesprochen worden.

Vielfach auf Körper des Opfers eingestochen

Das Gericht ist bezüglich der Tötung dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt und qualifiziert die Tat als Mord. Wie es in der Urteilsbegründung heisst, geht es davon aus, «dass der Täter besonders skrupellos gehandelt hat». Das Gericht sieht die Skrupellosigkeit des Handelns insbesondere in der Art der Ausführung: «Der Beschuldigte hat mit verschiedenen Tatwerkzeugen in mehreren Zeitabschnitten vielfach auf den Körper des Opfers eingestochen.» Der Beschuldigte habe die Tötung konsequent zu Ende geführt.

Aufgrund der langen Verfahrensdauer, welche durch die Flucht des Beschuldigten ins Ausland und die eingetretene Verzögerung bei der Ansetzung der Gerichtsverhandlung entstanden sei, der Vorverurteilung durch die Medien sowie der teilweisen Geständnisbereitschaft, sei die Freiheitsstrafe für den vorliegenden Mord auf 14 Jahre reduziert worden. Die Anklage forderte ursprünglich 15,5 Jahre Freiheitsstrafe.

Nicht Raub sondern Diebstahl

Die Wegnahme der Wertgegenstände qualifiziert das Kreisgericht Toggenburg nicht als Raub sondern als Diebstahl. «Der objektive Tatbestand des Raubes ist zwar erfüllt worden, nicht hingegen der subjektive», heisst es im Urteil weiter. Das Gericht geht nicht davon aus, dass der Beschuldigte das Opfer mit dem Vorsatz getötet hat, diesem Geld zu entwenden. Daher mangle es dem Täter an einem für den Raub spezifischen subjektiven Tatbestandselement, weshalb er bezüglich der Geldentwendung nur wegen Diebstahls verurteilt werde. Dafür wird der Verurteilte mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 10 Franken bestraft. «Bei der Ausfällung dieser Strafe wurde insbesondere die Geständnisbereitschaft des Beschuldigten strafmindernd berücksichtigt», so abschliessend in der Urteilsbegründung.

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