Täter aus dem Thurgau

In Kloten ist ein 28jähriger Schweizer tot aufgefunden worden. Nun hat die Polizei im Kanton Thurgau einen Griechen verhaftet. Er hat zugegeben, den Indoor-Hanfbauern getötet zu haben.

Ida Sandl
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Nur wenige Tage brauchten die Zürcher Ermittler, um das Verbrechen aufzuklären. Am Freitag fanden sie einen 28jährigen Schweizer tot in einem Gewerbehaus in Kloten. Drei Tage später, am Montag, verhafteten sie bereits einen 33jährigen Griechen an seinem Wohnort im Thurgau. «Wir haben Vollgas gegeben», sagt Staatsanwältin Bettina Groth, die den Fall leitet.

Verhafteter ist ein Bekannter

Der Täter stammt aus dem Bekanntenkreis des Opfers. Schon während des ersten Verhörs habe er die Tötung gestanden. «Er war der Polizei bisher nicht bekannt», sagt Staatsanwältin Groth. Sie hat für den Mann inzwischen Untersuchungshaft beantragt.

Polizei und Feuerwehrleute entdeckten das Verbrechen, als sie einen Schwelbrand löschen wollten. Nachbarn hatten gesehen, dass aus dem Gewerbehaus Rauch austrat. Drinnen fanden die Feuerwehrmänner dann die Leiche und eine Indoor-Hanfanlage.

Der Tote sei an den Händen gefesselt und aufgehängt gewesen, sagt Staatsanwältin Groth. Woran der Mann genau gestorben ist, werde noch abgeklärt.

Der Tote ist Schweizer mit asiatischen Wurzeln. Er soll ursprünglich aus China stammen, habe aber in Wil gelebt, schreibt «20 Minuten». Die Staatsanwältin wollte zum Opfer keine Angaben machen.

Hanf statt Modellbau

Die Gewerberäume, in denen sein lebloser Körper gefunden wurde, soll der Mann vor etwa einem Jahr gemietet haben. Den Mitarbeitern der benachbarten Betriebe habe er sich als Modellbauer vorgestellt. Er habe ihnen erzählt, er sei ein Bastler und brauche Platz für sein Hobby. Tatsächlich baute der Mann in den drei Räumen dann eine Indoor-Hanfplantage auf.

Ob Hanf der Grund dafür ist, dass der Mann sterben musste, kann die Staatsanwältin nicht sagen. «Sowohl die näheren Hintergründe der Tat als auch das Motiv sind noch nicht restlos klar.»

Ebenfalls nicht sicher sei, wie es zu dem schwelenden Brand kommen konnte. Die Brandermittler seien dabei, die Ursache abzuklären.

Im Kanton Zürich vor Gericht

Den mutmasslichen Täter hat die Zürcher Polizei zusammen mit ihren Thurgauer Kollegen im Rahmen der kantonsübergreifenden Rechtshilfe gefasst. Der Fall wird weiter von der Zürcher Staatsanwaltschaft bearbeitet. Der Verhaftete wird dann auch im Kanton Zürich vor Gericht stehen.