Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kolumne

Gegentribüne: Systemstörung beim FC St.Gallen - die Gründe

Nein, es ist nicht wieder wie im Frühjahr, als der FC St.Gallen von Niederlage zu Niederlage eilte. Aber ein Déjà-vu hat es beim 0:1 gegen Luzern dennoch gegeben: Immer wenn sich St.Gallen nach vorne orientieren könnte, erfolgt der Rückschlag.
Fredi Kurth
Obwohl St.Gallen gegen Luzern die angriffsfreudigere Mannschaft war, blieb das Team um Trainer Peter Zeidler zum zweiten Mal in Folge ohne Torerfolg. (Bild: Freshfocus)

Obwohl St.Gallen gegen Luzern die angriffsfreudigere Mannschaft war, blieb das Team um Trainer Peter Zeidler zum zweiten Mal in Folge ohne Torerfolg. (Bild: Freshfocus)

Solche Entwicklung lässt sich schon über mehrere Spielzeiten hinweg beobachten, manchmal mehr als einmal in einer Saison. Stets hatte sich St.Gallen gegen oft stärkere Widersacher eine gute Ausgangslage oder Luft im Abstiegskampf geschaffen und dann einen vermeintlich schwächeren Gegner wieder in Schwung gebracht. Die Ursachen waren jeweils spielerische Mängel, die St.Gallen daran hinderten, Einsatz- und lauffreudige Teams wie Lugano, Lausanne oder Luzern auszuhebeln. Mit der neuen Mannschaft soll das nun anders werden.

Wenig Raum im Pressing

Und es gibt Anzeichen für eine Besserung: Mehr fussballerische Qualität im Mittelfeld, verbunden mit unablässigem Tempoforcing, erhöht die offensive Durchschlagskraft, lässt auch dichte Abwehrreihen schlecht aussehen. Inzwischen versuchen die Gegner allerdings sich zu helfen: Sie übernehmen den Drive der St.Galler vom Anpfiff weg und ziehen ihrerseits ein Pressing auf. So entsteht ein Spiel, bei dem beide Mannschaft ähnlich auftreten und die Räume eng machen. Torchancen bleiben rar – wie in der ersten Halbzeit beim 0:0 gegen den FC Zürich auf dem Letzigrund.

Spielerisch stark genug

Gegen Luzern schien sich Ähnliches zu wiederholen, und den Innerschweizern wäre schon ziemlich früh beinahe ein Überraschungscoup gelungen. Danach allerdings war St.Gallen im Mittelfeld schneller, genauer und wacher, gewann die meisten Zweikämpfe. Doch bei Luzern war von der erfolgreichen Mannschaft des Frühjahrs wenigstens eine zweikampfstarke, sehr muskulär agierende Defensive übrig geblieben, gegen die Land zu sehen, nicht einfach war.

Aber von einem St.Galler Team mit begabten Fussballern wie Ben Khalifa, Yannis Tafer und dem gesamten Mittelfeld sowie einem Torjäger wie Cedric Itten hätte man mehr Passgenauigkeit auch am und im Strafraum erwarten dürfen. Zur Pause immerhin hegte man Hoffnung, dass sich irgendwann doch noch eine Lücke fände, und kaum jemand dachte wohl daran, dass die in der Vorwärtsbewegung so hilflosen Luzerner noch häufig auf der Ostseite des Kybunparks auftauchen würden. Das dachten anscheinend auch die Spieler des FC St.Gallen, mit schlimmen Folgen.

Wenn Itten nicht trifft

Die Reaktion der St.Galler auf den Rückstand war schwach, für viele Fans enttäuschend. Die Störung im System war offensichtlich, der Absturz erkennbar in vielen Fehlzuspielen, auseinanderklaffenden Linien und kaum noch Torchancen. So blieb am Ende die ernüchternde Erkenntnis, dass St.Gallen als angriffsfreudige Mannschaft zum zweiten Mal in Folge in der Super League ohne Torerfolg blieb. Dass zwei von drei Heimspielen auch schon wieder verloren gegangen sind. Dass Kukuruzovic, der Matchwinner aus dem Spiel gegen Thun, beim FC St.Gallen keine Zukunft mehr sieht. Und dass es zurzeit an Leuten mangelt, die für Itten in die Bresche springen, wenn es mit dem Toreschiessen nicht klappt.

Aber es war nur ein Spiel in einer noch jungen Saison. Vielleicht auch hat der gute Start mit dem Knalleffekt in Basel falsche Hoffnungen geweckt. Der FC St.Gallen darf verlieren, und vielleicht kann Trainer Peter Zeidler schon nach dem Spiel gegen ein weniger eklig und laufstark aufspielendes Xamax vermelden: Störung behoben.

Aufgefallen

Von den Abgängern des FC St.Gallen hat Danijel Aleksic am neuen Ort bisher am meisten imponiert. In den ersten drei Runden der türkischen Süper Lig kam er in jedem Spiel über die volle Distanz zum Einsatz, war beim 3:1-Sieg von Malatyaspor bei Göztepe Izmir mit einem Tor und einem Assist erfolgreich. Daheim gegen Fenerbahce Istanbul erzielte er den einzigen Treffer zum 1:0-Sieg des Tabellenzweiten, am Samstag in Kayserispor blieben beide Teams ohne Torerfolg.

Fuss gefasst hat auch Jasper van der Werff bei Red Bull Salzburg. Beim 3:2-Sieg in Altach, 40 Autobahnkilometer von St.Gallen entfernt, spielte er bereits zum zweiten Mal für Red Bull Salzburg in der österreichischen Bundesliga und zeigte eine wie gewohnt souveräne Leistung - beim 1:1-Ausgleich der Vorarlberger hatte er einen Zweikampf etwas unglücklich verloren. Salzburgs Trainer Marco Rose lässt fleissig rotieren und stellte im Vergleich zum Europacup-Match in Belgrad (ohne van der Werff) sieben neue Spieler auf.

Für Ural Jekaterinburg, 4402 Autobahnkilometer vom Kybunpark entfernt, spielte Marco Aratore ebenfalls schon zweimal, stand bei der 1:4-Niederlage bei Leader Zenit St.Petersburg mit 56 Einsatzminuten in der Startformation und half am Sonntag beim 2:1-Heimsieg gegen Grozny während 19 Minuten als Joker mit. (th)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.