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Swissmetro Leben einhauchen

Eigentlich ist die Idee einer unterirdischen Magnetschwebebahn durch die Schweiz 2009 gestorben. Im Rahmen der Ausstellung «Alpenqueren» im Versuchsstollen Hagerbach fährt nun wieder ein Modell.
Reinhold Meier
Im Vakuum unterirdisch Tempo machen: Der Verein Pro Swissmetro zeigt im Hagerbach ein Modell des futuristischen Verkehrsmittels. (Bild: Reinhold Meier)

Im Vakuum unterirdisch Tempo machen: Der Verein Pro Swissmetro zeigt im Hagerbach ein Modell des futuristischen Verkehrsmittels. (Bild: Reinhold Meier)

FLUMS. Die rund drei Meter lange Nachbildung im Massstab 1:10 erinnert an eine Rohrpost. Technologisch jedoch enthält sie Zukunftstechnik. Denn im Innern der luftdichten Plexiglasröhre findet sich eine Metallfahrbahn, über die eine futuristisch geschnittene und nahtlos eingepasste Fahrzeugmaquette lautlos dahinschwebt. Per Knopfdruck hebt sich der Zug durch Bordmagnete zunächst etwa einen Millimeter in die Höhe. Dann ziehen ihn in der Fahrbahn montierte Antriebsmagnete wie von Geisterhand nach vorn.

Roland Rebsamen, der das Modell mit Studenten an der Hochschule für Technik Buchs (NTB) gebaut hat, ist begeistert: «Die technische Machbarkeit ist im Grundsatz erstellt.» Der ehemalige Dozent erklärt, dass in der Röhre ein Teilvakuum herrsche, das die Reibung bei hohem Tempo reduziere. «Für die Passagiere ist der Unterdruck kein Problem, weil der Zug wie eine Flugzeugkabine gebaut ist.» Die Schweiz könnte damit zu einem weltweiten Vorreiter aufsteigen, sagt der Ingenieur und verweist auf historische Beispiele helvetischen Pioniergeistes im Tunnel- und Bahnbau. Er fordert von der Politik Mut statt Zaghaftigkeit: «Es wird immer gesagt, unser Kapital sei das Wissen, doch Wissen ohne Umsetzung ist sinnlos.»

«Schweiz ist vollgestopft»

Dem pflichtet René Haag bei. Der Ingenieur aus Chur hat die Vermessungen beim Bau des Gotthardbasistunnels organisiert. Er favorisiert Swissmetro, weil sie energiesparend, raumsparend und temporeich sei. «Die Schweiz ist vollgestopft», findet er, «darum ist es Zeit, das Verkehrsproblem zwischen den Zentren unterirdisch zu lösen.» Mit Tempo 500 benötige man von St. Gallen nach Genf kaum eine Stunde inklusive Zwischenhalte, von Zürich nach Bern gerade noch 15 Minuten. Klar sei, dass sich eine Eurometro anschliessen müsste mit Linien etwa von München nach Lyon oder von Berlin nach Rom.

Die Magnetbahntechnik entwickle sich trotz dem Aus für den deutschen Transrapid weiter, betont Haag: «In Japan kommt die Nachfolgegeneration schon in ein paar Jahren zum Einsatz.» Natürlich stellten die in der Schweiz notwendigen 507 Kilometer Doppelröhrentunnel sowie Investitionskosten von rund 23 Milliarden Franken eine Herausforderung dar, doch stünde ein Gewinn in Aussicht: ein ökologisch und technisch unschlagbarer Exportschlager.

Ausstellung offen

Haag und Rebsamen sind Mitglied des Vereins Pro Swissmetro, der vom Churer Bauingenieur Rudolf Mettler präsidiert wird. Jener hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Idee weiter zu verfechten, nachdem eine Studie der ETH Zürich ihr 2006 mangelnde Rentabilität bescheinigt hatte. Der Bundesrat betrachtete sie als «Forschungsprojekt» und ein Konzessionsgesuch für eine Versuchsstrecke zwischen Lausanne und Genf scheiterte an den Mitteln. Darauf ging die Swissmetro AG 2009 in Liquidation, die Projektdaten lagern bei der ETH Lausanne. Der Verein Pro Swissmetro will jetzt jedoch mit neuem Schwung für das Zukunftsprojekt werben und hat darum das Modell der Metro vom Verkehrshaus der Schweiz in Luzern in den Versuchsstollen Hagerbach gebracht. Hier ist es Teil der Ausstellung «Alpenqueren», die 300 Jahre Schweizer Tunnelbaugeschichte multimedial lebendig werden lässt.

Weitere Infos unter www.hagerbach.ch

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