Swiss Skills kommen definitiv nicht nach St.Gallen

Die nächsten Schweizer Berufsmeisterschaften werden wieder in Bern stattfinden. Damit ist die St.Galler Bewerbung definitiv gescheitert – trotz Interventionen von Ostschweizer Bundesparlamentariern.

Adrian Vögele
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Zwei Maler in Aktion während der Eröffnungsfeier der Schweizer Berufsmeisterschaften 2018 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Zwei Maler in Aktion während der Eröffnungsfeier der Schweizer Berufsmeisterschaften 2018 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die Ostschweiz zieht bei den Swiss Skills den Kürzeren: Die Schweizer Berufsmeisterschaften 2020 werden wiederum in Bern stattfinden. Dies haben die Organisatoren entschieden. Die St.Galler Kandidatur für den Grossanlass ist damit definitiv gescheitert. «Bern erfüllt aktuell als einziger Ort alle unsere Standortkriterien», sagt Reto Wyss, Stiftungspräsident der Swiss Skills, gemäss einer Medienmitteilung. Zu den wichtigsten Kriterien gehört demnach eine gute Verkehrsanbindung an verschiedene Landesteile. «Bern als Bundeshauptstadt erlaubt es uns auch, mit dem Wohlwollen aller Sprachregionen die zentralen Swiss Skills als gesamtschweizerische Veranstaltung und national bedeutende Marke weiter zu etablieren», so Wyss weiter.

Damit ist klar: Bern wird zum definitiven Standort für die Schweizer Berufsmeisterschaften. Auch vollzieht der Anlass den Wechsel vom Vier- zum Zweijahresrhythmus. Dies trotz Vorbehalten bei regionalen Berufsmessen: Diese hatten die Befürchtung geäussert, die Berufsverbände könnten die immer häufiger werdenden Anlässe nicht mehr bewältigen. Die Stiftung Swiss Skills schreibt nun, die Berufsverbände hätten sich mit dem Zweijahres-Rhythmus bereit erklärt, «noch grössere Anstrengungen zu unternehmen, von welchen die gesamte Schweizer Berufsbildung profitieren wird».

Die St.Galler Kandidatur hatten Kanton, Stadt und Gewerbeverband gemeinsam lanciert. CVP-Nationalrat und Olma-Direktor Nicolo Paganini reichte in Bundesbern Vorstösse zur Unterstützung des Vorhabens ein. Auch Thurgauer Parlamentarier forderten, dass die Swiss Skills künftig nicht immer nur in Bern, sondern auch in anderen Regionen - etwa der Ostschweiz - stattfinden können. Hansjörg Brunner (FDP/TG) und Diana Gutjahr (SVP/TG) stellten entsprechende Fragen an den Bundesrat. Verena Herzog (SVP/TG) brachte das Thema Swiss Skills auf die Traktandenliste der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats. Auch die Ostschweizer Regierungskonferenz unterstützte die St.Galler Kandidatur.

Dass die Ostschweiz in dieser Debatte keine allzu guten Karten hat, zeichnete sich allerdings schon früh ab: Der zuständige Bundesrat Johann Schneider-Ammann hielt sich bewusst aus der Standortdiskussion raus, sagte aber im Parlament, die Anforderungen an die Infrastruktur für die Swiss Skills seien sehr hoch. Nach Karin Keller-Sutters Wahl zur Bundesrätin flammte nochmals Hoffnung auf: Falls sie das Wirtschaftsdepartement übernehmen könnte, wären die Chancen auf Swiss Skills in St.Gallen vielleicht wieder höher, meinten Ostschweizer im Bundeshaus. Nun aber wechselt Guy Parmelin ins Wirtschaftsdepartement: Als Westschweizer dürfte er Bern als Standort bevorzugen.