Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Swiss Skills in St.Gallen statt in Bern: Ostschweizer Politiker machen Druck beim Bundesrat

Die Schweizer Berufsmeisterschaften sollen nicht immer in Bern stattfinden – sondern auch einmal in der Ostschweiz: Bundespolitiker aus der Region machen Druck beim Bundesrat, allen voran CVP-Nationalrat und Olma-Direktor Nicolo Paganini.
Adrian Vögele, Bern
Gärtner in Aktion an den Schweizer Berufsmeisterschaften vergangene Woche in Bern.(KEYSTONE/Anthony Anex).

Gärtner in Aktion an den Schweizer Berufsmeisterschaften vergangene Woche in Bern.(KEYSTONE/Anthony Anex).

Gerade sind in Bern die Swiss Skills, die Schweizer Berufsmeisterschaften, zu Ende gegangen. Während auf der Berner Allmend noch aufgeräumt wurde, schmiedeten Ostschweizer Parlamentarier im Bundeshaus bereits Pläne für die nächste Austragung der Swiss Skills, die voraussichtlich 2022 stattfindet. Das Ziel: Nachdem die Berufsmeisterschaften zweimal hintereinander – 2014 und 2018 – in Bern stattfanden, sollen sie in eine andere Region gehen, am liebsten in die Ostschweiz. Die Stadt St. Gallen hat sich bereits beworben (Ausgaben vom 5. Juli und 11. August). Stadt und Kanton würden gemeinsam 3 Millionen Franken beisteuern. Den Löwenanteil der organisatorischen Kosten trägt jedoch der Bund. Dieses Jahr betrug das Budget der Stiftung Swiss Skills für den Wettbewerb 16 Millionen Franken. Davon zahlte der Bund 9 Millionen.

«Bund hat Einfluss auf den Austragungsort»

Genau bei den Kosten setzt CVP-Nationalrat und Olma-Direktor Nicolo Paganini an: «Da der Bund den Wettbewerb zu einem grossen Teil finanziert, hat er auch Einfluss auf den Austragungsort.» Paganini fordert den Bundesrat mit einem Postulat auf, darauf hinzuwirken, dass die nächsten Swiss Skills nicht in Bern, sondern in einem anderen Landesteil stattfinden. Es gelte, das «grosse Schaufenster für die duale Berufsbildung» auch in andere Regionen zu tragen. Dafür braucht es eine grosse Infrastruktur: Dieses Jahr hatten die Swiss Skills gegen 120000 Besucherinnen und Besucher, in Bern wurde eigens eine Fabrik mit einer Fläche von 14 Fussballfeldern aufgebaut. Aber mindestens die Ostschweiz, die Westschweiz, die Nordwestschweiz und die Zentralschweiz hätten Messe- und Kongressareale, in denen sich die Swiss Skills realisieren liessen, so Paganini. Natürlich zählt die Olma dazu. «Wir haben uns im Zusammenhang mit der St. Galler Kandidatur bereits einmal den Termin im September 2022 reserviert», sagt Paganini. Der Standort St.Gallen habe mit der Organisation der World Skills, der Berufsweltmeisterschaften, in den Jahren 1997 und 2003 bereits bewiesen, dass er geeignet sei für einen solchen Anlass.

Andere Ostschweizer Parlamentsmitglieder unterstützen Paganinis Vorstoss. «Gerade im Kanton St. Gallen hat die Berufslehre einen sehr hohen Stellenwert», sagt Claudia Friedl (SP/SG). Das zeige sich auch an der tiefen gymnasialen Maturaquote. Es liege daher nahe, die Berufsmeisterschaften auch einmal in St. Gallen auszutragen. Dass Paganini als Olma-Direktor nicht nur ein politisches, sondern auch ein geschäftliches Interesse an den Swiss Skills hat, stört Friedl nicht. «Das verzeihe ich ihm», sagt sie und lacht. Es gebe in St. Gallen auch kaum eine andere Infrastruktur als das Olma-Areal, die für eine solche Veranstaltung in Frage komme.

Erste Antworten am nächsten Montag

Auch Barbara Keller-Inhelder (SVP/SG) hat Paganinis Postulat unterschrieben. «Der Kanton St. Gallen hat eine starke Berufsbildung und ist darum prädestiniert als Austragungsort für die Swiss Skills», sagt sie. Viele junge Leute würden sich hier für eine Lehre entscheiden, weil die Chancen auf dem Arbeitsmarkt oft besser seien als nach einem Hochschulstudium, je nach Studienrichtung. Ein Indiz dafür sei die tiefe Maturaquote. Was sagt Keller-Inhelder als Vertreterin des Linthgebiets dazu, dass die Berufsmeisterschaften – falls sie denn in den Kanton kämen – in der Stadt St. Gallen stattfänden und der aktuelle politische Vorstoss vom Olma-Direktor stammt? «Darüber kann ich hinwegsehen. Wir sollten uns als Ostschweizer gemeinsam für diese Sache einsetzen.»

Diana Gutjahr (SVP/TG) will ebenfalls darauf hinwirken, dass die Swiss Skills in der Ostschweiz ausgetragen werden. Sie hat in der Fragestunde Auskunft vom Bundesrat zum Thema verlangt. Gutjahr will wissen, ob ein alternierender Modus möglich wäre – «sodass alle Landesteile abgedeckt werden könnten» – und ob es denkbar sei, dass als nächstes die Ostschweiz zum Zug kommt. Der Bundesrat wird die Fragen voraussichtlich nächsten Montag beantworten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.