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SVP wird mit dem Klanghaus im Toggenburg nicht warm – Kantonsrat steht hinter dem Projekt

Die Betriebskosten sind neu geregelt, der schärfste Kritikpunkt damit vom Tisch. Und so steht das St.Galler Kantonsparlament heute hinter dem Bauvorhaben. Einzig die SVP tut sich nach wie vor schwer damit.
Regula Weik
Standort des Klanghauses am Schwendisee oberhalb von Unterwasser. (Bild: St.Galler Baudepartement)

Standort des Klanghauses am Schwendisee oberhalb von Unterwasser. (Bild: St.Galler Baudepartement)

Die Ohrfeige sass. Ausgeteilt hatte sie das Kantonsparlament. Damals im März 2016, als es in letzter Minute das Klanghaus Toggenburg versenkte. Das sei ein «Betriebsunfall» gewesen. Einer, der sich im Nachhinein als «Glücksfall» entpuppt habe. Denn heute sei einer der grössten Kritikpunkte weg – die Betriebskosten. Heute koste das Klanghaus, wenn es denn am Schwendisee gebaut ist, den Kanton nämlich keinen Franken mehr. Sein Betrieb sei nicht nur für zwei, drei Jahre, sondern gar für 20 Jahre gesichert – «das gab es noch nie bei einem Kulturprojekt im Kanton».

Der Politiker, der am ersten Tag der Novembersession des St. Galler Kantonsparlaments derart über das Klanghaus schwärmte, ist kulturaffin und SVP-Mitglied. Es war Linus Thalmann – und er gehörte am Montag zur Minderheit seiner Fraktion.

«... dann laufen die Leute auch gerne dorthin»

Der Kirchberger steht voll und ganz hinter dem Klanghaus. Es gehöre exakt an den vorgesehenen Standort am Schwendisee oberhalb von Unterwasser. Und nirgendwo sonst hin, widersprach er den Kritikern des Bauvorhabens in seiner Fraktion. Und es brauche auch nicht mehr Parkplätze vor dem Klanghaus, wie es seine Parteikollegen forderten. «Wenn das Produkt gut ist, laufen die Leute auch gern dorthin», so Thalmann.

Der Gastrounternehmer war nicht der einzige SVPler, der sich für das Kulturprojekt ins Zeugs legte. So meinte auch Christian Spoerlé, Gemeindepräsident von Ebnat-Kappel, an die Adresse der Kritiker in seiner Fraktion:

«Ich verstehe Sie nicht. Wie kommen Sie auf die Zahl von 20 fehlenden Parkplätzen?»

Und schliesslich outete sich auch Ivan Louis. Er habe 2016 das Klanghaus noch bachab geschickt, so der Nesslauer. «Ich habe meine Meinung geändert – dank der zahlreichen Verbesserungen.» Heute stehe er hinter dem Projekt.

Über sechs Millionen Sponsorengelder

Die «abtrünnigen» SVP-Mitglieder waren in guter Gesellschaft – ausserhalb ihrer Fraktion. CVP, FDP, Grüne, Grünliberale und SP – alle standen hinter dem neu aufgegleisten Klanghaus. Alle lobten das deutlich stärkere Engagement des Tals und der Standortgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann und die neue Finanzierung des Projekts.

Neu übernimmt die Stiftung Klangwelt Toggenburg den Betrieb des Klanghauses – und somit auch das betriebliche Risiko. Denn klar ist: Das Klanghaus wird Defizite schreiben, sicher in den Anfangsjahren. Die Stiftung Klangwelt Toggenburg hat in den vergangenen Monaten 6,3 Millionen Sponsorengelder zusammengetragen. Davon fliessen 5,3 Millionen in einen Betriebsfonds. Dieser dürfte länger ausreichen; es wird mit einem jährlichen Defizit von einer Viertel Million gerechnet.

Das Kantonsparlament hat am Montag eine zusätzliche Sicherung eingebaut: Das Fondskapital darf nur mit Zustimmung des Departements des Innern unter 1,5 Millionen sinken.

«Die Betriebskosten gehen voll zu Lasten der Stiftung»

Die Stiftung Klangwelt Toggenburg trägt darüber hinaus eine Million an die Baukosten bei. Die Gesamtkosten für das Klanghaus betragen noch 23,3 Millionen. Für den Kanton verbleiben somit Investitionen von 22,3 Millionen Franken – mehr als beim ersten Anlauf; damals waren es 19 Millionen gewesen. Das ursprüngliche finanzielle Engagement des Kantons sei aber belastender, unberechenbarer gewesen. Denn, so Bauchef Marc Mächler, heute gingen die Betriebskosten voll zu Lasten der Stiftung. In der ersten Version hätte der Kanton Betriebsbeiträge leisten sollen.

Wie stark ist der Widerstand der SVP tatsächlich? Allzu weit her war es damit am Montag jedenfalls nicht. Das Parlament trat mit 83 Ja zu 23 Nein auf die Klanghausvorlage ein. Die SVP-Fraktion zählt 40 Mitglieder.

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