Surrealer Gast im «Real»

Das Hotel Real im Kern des Liechtensteiner Hauptortes Vaduz hat am Mittwochabend Besuch von einem ungewöhnlichen Gast erhalten: Ein Hirsch drang ins Gebäude ein. Was das Tier anscheinend nicht wusste: Das Hotel ist seit vier Monaten geschlossen.

Drucken
Teilen

Das Hotel Real im Kern des Liechtensteiner Hauptortes Vaduz hat am Mittwochabend Besuch von einem ungewöhnlichen Gast erhalten: Ein Hirsch drang ins Gebäude ein. Was das Tier anscheinend nicht wusste: Das Hotel ist seit vier Monaten geschlossen.

Der dreijährige Hirsch sei vermutlich vom Wald oberhalb Vaduz gekommen, sagte Jagdleiter Markus Meier gestern zu einem Bericht der Zeitung «Liechtensteiner Vaterland». Wahrscheinlich sei das Tier erschreckt worden und talwärts geflüchtet.

Das Tier rannte quer über einen Verkehrskreisel, dann in Richtung «Städtle». Vor dem Hotel Real, früher ein beliebter Treff von Bankern und Treuhändern, stoppte der Hirsch. Er drückte eine Seite der geschlossenen zweiteiligen Glastüre auf, drang ins Gebäude ein und stieg die Treppe hoch in den ersten Stock. Dort hielt sich das Hotelier-Ehepaar Real auf, das nicht schlecht staunte über den ungewöhnlichen Besuch. Danach ging alles blitzschnell: Polizei und Jäger wurden gerufen, und ein gezielter Schuss setzte den Hirsch temporär ausser Gefecht.

Etwa 20 Minuten später habe die Betäubung gewirkt, und der Hirsch sei vor den Augen vieler Neugieriger in den Wald oberhalb von Vaduz abtransportiert worden, sagte Jagdleiter Meier. Dort habe es relativ lange gedauert, bis das Tier aus dem Reich der Träume aufgewacht sei. Es habe sich dann noch etwas benommen in den Wald verzogen. Weshalb sich der Hirsch in den Liechtensteiner Hauptort verirrte, bleibe dessen Geheimnis. (sda)