SULGEN
Die Gemeinde will einen Aussichtsturm errichten und diesen mit vier anderen Türmen im Thurgau verbinden

Das vom Gemeinderat vorgeschlagene Projekt hat gute Chancen auf eine Realisierung. Finanziert werden soll es mit dem Erlös aus dem Börsengang der Thurgauer Kantonalbank.

Georg Stelzner
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Inmitten der Baumgruppe, die das alte Reservoir im Sulger Oberdorf umgibt, soll der Aussichtsturm errichtet werden.

Inmitten der Baumgruppe, die das alte Reservoir im Sulger Oberdorf umgibt, soll der Aussichtsturm errichtet werden.

Bild: PD/Lilo Städeli (Sulgen, Mai 2021)

Berlin hat den Funk-, Paris den Eiffel- und Wien den Donauturm. Und Sulgen? Vielleicht bald einen Aussichtsturm und damit eine echte Attraktion, deren Strahlkraft weit über die Gemeindegrenzen hinausreichen würde.

Eine entsprechende Projektidee, die im Vorjahr vom Gemeinderat Sulgen präsentiert wurde, hat es auf die Shortlist von 14 Projektideen geschafft, über deren Realisierung das Stimmvolk voraussichtlich im Jahr 2022 entscheiden wird. Bis dahin sind freilich noch einige Hürden zu überwinden.

Unterstützungswürdiges Projekt

Die Idee entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, den der Thurgauer Regierungsrat lanciert hatte, um jene 127,2 Millionen Franken einer Verwendung zuzuführen, die infolge des 2014 erfolgten Börsengangs der Thurgauer Kantonalbank in die Staatskasse gespült wurden. Dort wird dieses Geld seither als gesondert ausgewiesenes Eigenkapital geführt.

Es war mit einem fünfjährigen Ausgabenmoratorium belegt, welches der Grosse Rat bis 31. Dezember 2021 verlängert hat. Insgesamt sind 95 Projektideen eingereicht worden: 33 grosse und 62 kleine. Zu letzteren zählt auch der Sulger Aussichtsturm.

Dieser wird wie die anderen im Rennen verbliebenen 13 Projekte als «unterstützungswürdig» eingestuft, weil er geeignet ist, einen Nutzen für die Allgemeinheit zu stiften, nachhaltig wäre und zudem auch ausserhalb des Bereichs der ordentlichen Staatsaufgaben liegen würde.

Noch kein Turm im Bezirk Weinfelden

Der Gemeinderat Sulgen möchte es aber nicht bei der Errichtung eines rund 25 Meter hohen Aussichtsturms auf der Plattform des Reservoirs im Oberdorf bewenden lassen, wie Gemeindepräsident Andreas Opprecht erklärt:

«Uns schwebt eine Verbindung mit den vier anderen Türmen im Kanton Thurgau vor.»

Solche gibt es bereits in Amriswil (Bezirk Arbon), Wäldi (Bezirk Kreuzlingen), Sirnach (Bezirk Münchwilen) und Thundorf (Bezirk Frauenfeld). Einzig im Bezirk Weinfelden fehlt ein derartiges Bauwerk noch. Mit dem Sulger Aussichtsturm könnte diese Lücke geschlossen und ein Thurgauer Turmweg realisiert werden.

Vorgesehen wäre eine Holzkonstruktion

Laut Opprecht wäre geplant, das Projekt mit «Thurgau Tourismus» und den «Thurgauer Wanderwegen» gemeinsam zu verwirklichen und zu vermarkten. Der Gemeindepräsident verspricht sich von einem Aussichtsturm und vom Turmweg eine Wertschöpfung für die Gastronomie und die Hotellerie.

Auch das regionale Gewerbe würde seiner Meinung nach profitieren, soll der Turm doch als Holzkonstruktion mit heimischem Rohmaterial erstellt werden. Für die Errichtung des Turms, die Vermarktung des Velo- und Wanderwegs sowie die Streckenmarkierung ist mit Gesamtkosten von rund einer Million Franken zu rechnen.

Nach der Debatte im Grossen Rat wird der Regierungsrat eine Botschaft erarbeiten und dem Stimmvolk vorlegen. Sagt dieses Ja, könnte der Turm nach der notwendigen Detailplanung bis 2025 Gestalt annehmen.