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SUIZID: «Die wichtigste Auskunftsperson ist tot»

Verkehrsunfälle aufgrund von Selbstmordversuchen sind in der Ostschweiz selten. Für die Polizei ist es oft schwierig, auf einen Suizidversuch zu schliessen.

Es passierte vor rund zwei Jahren im Kanton Wallis: Ein 31-jähriger Automobilist fährt frontal in ein entgegenkommendes Auto und überlebt den Unfall. Der Fahrer des zweiten Unfallautos, ein zweifacher Familienvater, stirbt. Nun ist der 31-jährige Unfallverursacher wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt – er hat ausgesagt, dass er sich bei dem Vorfall selbst umbringen wollte (Ausgabe vom 13. September).

Auch in der Ostschweiz gab es in den vergangenen Jahren Verkehrsunfälle, bei denen von einem Suizidversuch ausgegangen wird. «In den letzten acht Jahren hatten wir etwa eine Handvoll Suizide im Strassenverkehr», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. In den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden sind solche Fälle bei der Polizei ebenfalls bekannt. Allerdings seien sie «äusserst selten». Die Thurgauer Kantonspolizei zählte seit 2010 vier Suizidversuche im Verkehr, bei denen die Unfallverursacher jeweils überlebten. Ein Fall wie im Wallis, bei dem der Verursacher überlebte, aber eine andere Person getötet hat, ist in der Ostschweiz nicht bekannt.

Kann bei einem tödlichen Unfall kein klarer Anhaltspunkt zum Unfallhergang gefunden werden, prüft die Polizei einen möglichen Suizid. Ob es sich tatsächlich um einen Suizidversuch handle, sei oft schwierig festzustellen, sagt Krüsi. «Vor allem weil die wichtigste Auskunftsperson, nämlich der Fahrer, tot ist.» Allerdings gibt es Fälle, bei denen es der Polizei einfacher fällt, auf einen Suizid zu schliessen. Etwa wenn sich der Betroffene offensichtlich bewusst einen bestimmten Unfallort ausgesucht hat.

Roman Scherrer

roman.scherrer@tagblatt.ch

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