Subventionierte Ladestationen, Elektroautos bei Polizei und Werkhof: So will der Kanton St.Gallen die E-Mobilität fördern

Die vorberatende Kommission nimmt den Bericht der Regierung zur Elektromobilität ohne Änderungsantrag zur Kenntnis. Was Ganze kosten soll, ist unklar.

Adrian Lemmenmeier-Batinić
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Zu Hause und am Arbeitsplatz soll es im Kanton St.Gallen bald mehr Ladestationen für Elektroautos geben.

Zu Hause und am Arbeitsplatz soll es im Kanton St.Gallen bald mehr Ladestationen für Elektroautos geben.

Christian Beutler / KEYSTONE

Der Kanton St.Gallen will die Elektromobilität zusätzlich fördern. Dazu schlägt die Regierung in einem Postulatsbericht ein Massnahmenpaket vor. Die vorberatende Kommission des Kantonsrats hat den Bericht ohne Änderungsantrag gutgeheissen. Kommissionspräsident Ruedi Blumer (SP) sagt:

«Eine zentrale Massnahme aus Sicht der Kommission ist die geplante Vorbildfunktion des Kantons bei der Beschaffung von Fahrzeugen.»

Bis Mitte 2022 will der Kanton seine Fahrzeuge elektrifizieren. «Wenn alle neuen Polizeiautos elektrisch betrieben sind, hat das starke Signalwirkung.» Des Weiteren soll der Kanton die Gemeinden bei der Elektrifizierung ihrer Fahrzeuge unterstützen.

Ruedi Blumer, SP-Kantonsrat

Ruedi Blumer, SP-Kantonsrat

Ralph Ribi

Mehr Ladestationen, mehr erneuerbare Energie

Mehr Elektrofahrzeuge einzusetzen, macht nur Sinn, wenn auch mehr Ladestationen vorhanden sind. Wer heute in einem Mehrfamilienhaus im vierten Stock wohnt, hat selten die Möglichkeit, zu Hause sein Elektrofahrzeug aufzuladen. Hier will der Kanton Abhilfe schaffen. Auf Kantons- und Gemeindeebene sollen Bauvorschriften angepasst werden, um das Laden zu Hause besser zu ermöglichen. Auch soll der Bau von Ladestationen zu Hause und am Arbeitsplatz subventioniert werden.

Die erhöhte Stromnachfrage, die durch die vorgesehene Zunahme von Elektroautos entsteht, soll gänzlich durch erneuerbare Energie aufgefangen werden. «Das ist aus Sicht der Kommission realistisch», sagt Blumer. «Zumal davon auszugehen ist, dass die Zunahme der Elektrofahrzeuge eher langsam erfolgt.» Viel schneller unterwegs sei die Elektrifizierung des Velos, was idealerweise Autofahrten ersetze. Ausserdem sollen die Ladestationen so ins Stromnetz integriert werden, dass sie auf Über- oder Unterkapazität «intelligent reagieren» können.

Pläne noch unkonkret, Kosten noch unklar

Die finanziellen Auswirkungen dieser Pläne seien von Experten erst grob geschätzt worden, heisst es im Bericht der Regierung. Detaillierte Schätzungen erforderten eine vertiefte Betrachtung, die im Rahmen eines Postulatsberichtes nicht sinnvoll sei. Klar ist: Relevante Kostenpunkte dürften die Subvention der Ladestationen und deren intelligente Anbindung ans Verteilnetz sein.

Zur Stärkung der Elektromobilität setzt der Kanton bereits Massnahmen um: So sollen etwa schrittweise Elektrobusse eingeführt werden. Für E-Bikes sollen mehr Standplätze entstehen, ebenso sollen sie beim Ausbau der Velowege berücksichtigt werden. Der Bericht zur Elektromobilität wird in der Novembersession im Kantonsparlament in erster Lesung beraten.