Sturz aus Olma-Festzelt: Freispruch für die beiden Beschuldigten

Ein Zeltbauer und ein Bauführer sind nicht dafür verantwortlich, dass während der Olma 2012 ein Gast aus dem Festzelt «Alp 7» gestürzt ist. Das Kantonsgericht St.Gallen hat in zweiter Instanz Freisprüche gefällt.

Claudia Schmid
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Während der Olma kommt es immer wieder zu Einsätzen. (Symbolbild: Urs Bucher)

Während der Olma kommt es immer wieder zu Einsätzen. (Symbolbild: Urs Bucher)

Im schriftlich veröffentlichten Entscheid hat das Kantonsgericht St.Gallen das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und die beiden Beschuldigten vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen. Sämtliche Kosten für die beiden Gerichtsverfahren trägt der Staat. Auch erhalten beide Männer eine Entschädigung für ihre private Verteidigung.

Dreieinhalb Meter tief gestürzt

Der verunfallte Gast hatte sich während der Olma 2012 mit Kunden und Kollegen im zweistöckigen Festzelt «Alp 7» neben dem Restaurant Schützengarten in St.Gallen aufgehalten. Er ging auf die Toilette und wollte wieder zu seinen Begleitern zurückkehren. Da sich beim WC-Eingang eine grosse Menschenmenge angesammelt hatte, wich er gegen den Zeltrand aus. Durch die Menge wurde er an die Zeltblache gedrückt. Diese gab nach, der Gast geriet über den hölzernen Boden hinaus und stürzte 3,5 Meter in die Tiefe auf den Asphalt.

Das Kreisgericht St.Gallen hatte die beiden Männer im September 2015 in erster Instanz schuldig erklärt. Der eine Beschuldigte habe es als Verantwortlicher für den Zeltbau unterlassen, für eine ausreichende Absturzsicherung zu sorgen, begründete es seinen Entscheid. Der andere habe als Funktionär der Baubewilligungsbehörde der Stadt St.Gallen die Absturzsicherheit der Zeltkonstruktion nicht ausreichend geprüft. Das Gericht sprach bedingte Geldstrafen aus.

Frei von Schuld und Strafe

Das Kantonsgericht St.Gallen beurteilte nun den Fall in zweiter Instanz anders. Es sprach sowohl den Zeltbauer als auch den Mitarbeitenden der Baubewilligungsbehörden von Schuld und Strafe frei.