Sturmtief «Uwe» fegt über die Ostschweiz: 20 Dächer in Montlingen beschädigt +++ Umgestürzte Bäume und Äste auf den Strassen +++ Bahnverkehr zwischen Weissbad und Wasserauen unterbrochen

Sturmtief «Uwe» hat der Ostschweiz einen stürmischen Sonntag beschwert. Die Polizei hat diverse Meldungen erhalten. So verursachte der Sturm in Montlingen grossen Schaden und beschädigte zahlreiche Häuser und Autos. Zudem wurde der Bahnverkehr in Weissbad und Wasserauen beeinträchtigt. Chaos entstand in Zürich und Basel – der Flugverkehr war massiv gestört. 

Drucken
Teilen

Bilanz Sturmtief «Uwe» – Was wir wissen: 

  • 20 beschädigte Häuser in Montlingen; davon sind nun 2 Häuser unbewohnbar
  • 8-10 beschädigte Autos in Montlingen
  • Unterbruch Bahnstrecke Weissbad und Wasserauen bis Montagmittag
  • Bäume auf Autobahn in Sennwald
  • Personen wurden keine verletzt

(lex/sda/lim) Heftig ist das Sturmtief «Uwe» über die Schweiz gefegt. Die höchsten Windgeschwindigkeiten gab es auf dem Waadtländer Gipfel La Dôle mit 133 km/h und auf dem Juragipfel Chasseral mit 137 km/h, wie ein Meteorologe auf Nachfrage sagte. Im westlichen Flachland waren die Böen vielerorts zwischen 70 und 90 km/h stark. 

Der Sturm hat aber auch die Ostschweiz getroffen. Wie Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei auf Nachfrage sagt,  gingen während rund zwei Stunden über 20 Meldungen bei der Polizei ein. 

«Im Quartier Kolbenstein in Montlingen war der Sturm äussert stark. Er beschädigte bei ungefähr 20 Häusern die Dächer und Solaranlagen. Sicher zwei Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Im gleichen Quartier wurden auch acht bis zehn Autos beschädigt.»

Das genaue Schadensausmass sei derzeit noch nicht klar und werde erst bei Tagesanbruch sichtbar werden.

Wie gross die Schäden durch das Sturmtief «Uwe» sind, wird man gemäss St.Galler Kantonspolizei erst am Montagmorgen bei Tagesanbruch beurteilten können. (Bild: Kapo SG)

Wie gross die Schäden durch das Sturmtief «Uwe» sind, wird man gemäss St.Galler Kantonspolizei erst am Montagmorgen bei Tagesanbruch beurteilten können. (Bild: Kapo SG)

Bäume auf Autobahn in Sennwald

In Sennwald, auf der Autobahn A13, fuhren zwei Autos in einem Baum, welcher auf der Fahrbahn lag. Ausserdem fiel ein Baugerüst um. «In verschiedenen Gemeinden zwischen Gossau und Mels wurden zudem Bauabschrankungen oder Verkehrstafeln umgeweht. Und auch Äste fielen auf Strassen und mussten weggeräumt werden», sagt Krüsi. Die Kantonspolizei St.Gallen wurde bei den Aufräumarbeiten durch mehrere Gemeindefeuerwehren unterstützt. Personen seien nach jetzigem Kenntnisstand keine zu Schaden gekommen. Das genaue Schadensausmass werde erst im Verlauf des Montags klar werden.

Bahnstrecke Weissbad und Wasserauen unterbrochen

Keine Meldungen über Schäden oder verletzte Personen sind hingegen bei der St.Galler Stadtpolizei eingegangen, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilt. Im Appenzellerland und im Kanton Thurgau ist es eher ruhig geblieben. Zwölf Meldungen zählt die Kantonspolizei Thurgau, wie Mediensprecher Matthias Graf auf Anfrage sagt. Die meisten davon betreffen umgestürzte Bäume und Äste. Verletzte gab es keine. 

Hingegen kam es aber im Ostschweizer Bahnverkehr zu Störungen. Wie die SBB mitteilen, war etwa die Strecke zwischen Weissbad und Wasserauen wegen der starken Winde unterbrochen. Es verkehrt ein Bahnersatzbus. Gemäss SBB wird die Einschränkung bis voraussichtlich Montag 12 Uhr dauern. 

Chaos an Flughäfen in Zürich und Basel

Am EuroAirport Basel-Mülhausen störte «Uwe» den Flugverkehr. Die Böen hätten am Nachmittag bis zu 122 km/h erreicht, teilte der Flughafen am Abend mit. Zehn ankommende Flüge hätten umgeleitet werden müssen, nach Frankfurt, Lyon, Baden-Baden, Zürich, Stuttgart, Mailand und Friedrichshafen.

14 ankommende oder startende Flüge wurden annulliert. Drei Maschinen konnten am EuroAirport landen, nachdem sie durchgestartet waren. Ein weiteres Flugzeug wurde nach dem Durchstarten umgeleitet, und eine Maschine nach sogar zwei Durchstarts an einen anderen Flughafen verwiesen.

Meldungen über Verletzte gab es bis am frühen Abend nicht. Die Kantonspolizei Bern erhielt bis zum frühen Abend rund 25 Meldungen, wie eine Sprecherin sagte. Die meisten kamen aus dem Berner Jura und aus dem Oberland. Im Jura störten die Winde auch den Bahnverkehr.

Glimpfliches Ende im bernischen Heimberg

Glimpflich ging ein Zwischenfall auf der A6 in Heimberg bei Thun im Berner Oberland aus. Eine Tanne stürzte auf die Fahrbahn und touchierte ein Fahrzeug. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

In Basel-Stadt hielten die Winde die Feuerwehr auf Trab. Die Polizei vermeldete rund ein Dutzend Einsätze wegen umgestürzter Bäume, abgerissener Äste und heruntergefallener Dachziegeln. Gemäss einer Twittermeldung des baselstädtischen Justiz- und Sicherheitsdepartements war der ganze Kanton betroffen.

Im Kanton Solothurn war vor allem das Schwarzbubenland vom Sturm betroffen, wie die dortige Polizei meldete. Bis 17 Uhr seien 30 Meldungen eingegangen über umgestürzte Bäume und Baustellenschranken sowie von Ziegeln, die von Dächern geweht wurden.

Vor dem Sturm, frühlingshafte Wärme

Vor dem Sturm zeigte sich das Wetter jedoch frühlingshaft warm: Der Wetterdienst MeteoNews meldete für Basel-Binningen (BL) und Altenrhein Temperaturen von je über 15 Grad. Im Baselbiet trieb der Südwestwind das Quecksilber nach oben und im St. Galler Rheintal und den Alpentälern der Föhn.

In Glarus wurden 13,9 Grad gemessen, in Aigle VD auf 13,2 Grad und in Chur 13,0 Grad. In Aarau kletterten die Thermometer auf 12 Grad.

Nach dem Sturm kommt der Schnee

Am Montagmorgen hat sich die Sturmsituation einigermassen beruhigt. Die Wetterprognosen sagen Schneeschauer und dazwischen trockene und sonnige Phasen voraus.